Zerren Hedgefonds und „Shorties“ den DAX nach unten?

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

wie üblich tobt genau jetzt, wo an den globalen Börsen die Anspannung steigt und eine mindestens mittelfristige Trendentscheidung bevorsteht, ein heftiger Richtungsstreit zwischen den Berufsoptimisten und Lobbyisten auf der einen und den üblichen „Crash-Propheten“ auf der anderen Seite in den Medien.
Beide Seiten scheinen dabei geflissentlich zu übersehen, dass an den Börsen Vorhersagen ein schwieriges Geschäft sind und daher zuerst der Kampf zwischen Angebot und Nachfrage im Vordergrund stehen sollte.
Die heutige Preisentwicklung und die heutige relative Stärke von Regionen, Sektoren und Aktien sind meiner Meinung nach ganz eindeutig der wichtigste Hinweis auf die zukünftige Kursentwicklung. Dazu sollten Sie auch die saisonalen und zyklischen Gegebenheiten immer  beachten, um möglichst viele unterstützende Faktoren und Wahrscheinlichkeiten auf Ihrer Seite zu haben.
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Sehr viel wurde jüngst über die große Short- Position des fast schon legendären Hedgefonds Managers Ray Dalio von Bridgewater diskutiert. Dieser hat seit dem vergangenen Sommer eine Short-Position von 20-23 Mrd. USD auf einzelne DAX Aktien und andere europäische Flag-Schiffe aufgebaut. Darunter besonders prominent Siemens, BASF, Allianz und SAP sowie europäische Bank Aktien.
Leider geht dabei in der Diskussion jedoch unter, dass Hedegfonds fast nie nur entweder long- oder short positioniert sind, sondern meist mittels so genannten „Pair-Trades“ auf zwei Beinen stehen.
Dabei stehen die Manager praktisch nie nur auf einer Seite des Marktes und reduzieren auf diese Weise ihr Risiko. Außerdem wird in den Medien kaum beachtet, dass Ray Dalio die genannten Leerverkaufs-Positionen nicht erst in den vergangenen Wochen aufgebaut hat, in denen die Kurse bereits ordentlich unter Druck standen, sondern schon viel früher damit begonnen hat.
Deswegen wissen wir als außenstehende heute überhaupt nicht, ob sich der legendäre Manager mit seiner Position heute per Saldo im Gewinn oder Verlust befindet. Interessanterweise wird aber erst jetzt, seit dem die Kurse fallen, in den Medien über Ray Dalio diskutiert. Als die Kurse von Anfang August 2017 bis Ende Januar stark stiegen, hat sich kaum jemand für die wahrscheinlich horrenden Verluste des Hedgefonds-Managers interessiert.
Meiner Meinung nach wird hier mal wieder eine „typische Sau durchs Dorf“ getrieben, obwohl es völlig normal ist, dass Hedgefonds Short- Positionen eingehen – egal ob zur Absicherung oder zur Spekulation. Und dabei mal richtig liegen und sich manchmal auch gehörig die Finger verbrennen – genauso wie die übrigen (ehrlichen) Anleger übrigens.

Der DAX aktuell im Kontext des Präsidentschaftszyklus

Wie eben schon angedeutet, sind mir saisonale Muster und Wahrscheinlichkeiten sehr wichtig. Über diesjährige saisonale Effekte im DAX habe ich bereits kürzlich hier etwas geschrieben.

Das Jahr 2018 ist ein so genanntes Zwischenwahljahr im Präsidentschaftszyklus. Wahrscheinlich wegen des Wahlkampfs im Vorfeld der Kongresswahl im November und der Vielzahl von bereits getätigten Wahlgeschenken nach der Präsidentschaftswahl zeigen die Zwischenwahljahre im Durchschnitt einen sehr positiven April im Dow-Jones und daher meist auch in den anderen globalen Indizes. Nach der heftigen Korrektur seit Februar wird nun also eine positive Kursreaktion wahrscheinlich. Dann aber könnte es knüppeldick für uns Anleger kommen.
Aber sehen Sie selber, hier ist der typische Verlauf für ein Zwischenwahljahr abgebildet.

Dow Jones Zwischenwahljahr

Quelle: seasonalcharts

Nach dem potentiellen Zwischenhoch im April könnte uns entsprechend der Statistik ein schmerzhafter Kursverlauf bis Ende September erwarten – und dann die typische Jahresendrally ab Anfang Oktober. Natürlich ist dies keine Regieanweisung, sondern nur eine statistische Wahrscheinlichkeit. Möglicherweise liegt ein Teil dieser Korrektur in diesem Jahr wegen des wankelmütigen US-Präsidenten Trump bereits hinter uns. Trotzdem empfehle ich aber in diesem Sommer sehr vorsichtig zu agieren und eine möglichst hohe Cash- Quote aufzubauen.
Auch die Risikoindikatoren des Inneren Marktes mahnen übrigens zur Vorsicht.
Auch einige hochwertige Absolute Return Fonds sind empfehlenswert. Im Premiumbrief und auch im Rahmen der Anlageberatung und der Vermögensverwaltung habe ich mich bereits darauf eingestellt.

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Viel Erfolg und herzliche Grüße von Ihrem fairen Berater Klaus Buhl

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