Wie weit werden die Zinsen noch steigen?

während viele Anleger die Bestätigung von Kevin Warsh als neuem Fed-Vorsitzenden verfolgten, laufen an anderer Stelle längst Entwicklungen, die deutlich wichtiger sein könnten.

Denn unabhängig davon, wer künftig an der Spitze der US-Notenbank steht, sendet der Anleihemarkt bereits ein klares Signal: Die langfristigen Inflationserwartungen steigen wieder.

Besonders auffällig ist dabei der weitere Anstieg der Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen. Genau dort entscheidet sich derzeit mit, ob die Kapitalmärkte nur eine kurzfristige Nervosität erleben oder ob ein neues Zinsregime beginnt.

Die möglichen Folgen wären spürbar: für Gold, für Aktienbewertungen und letztlich für nahezu jede Anlageklasse. Warum Sie als Anleger die Bewegung am langen Ende des US-Anleihemarktes ernst nehmen sollten, lesen Sie in der heutigen Ausgabe,

Ihr fairer Berater,

Klaus Buhl

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Das sind die Folgen steigender Zinsen

 

Es bleibt in den USA dabei: Die Inflationssorgen kehren zurück. Und diese Woche reagierte der  Anleihemarkt bereits deutlich darauf. Besonders brisant ist dabei: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist weiter nach oben ausgebrochen und bewegt sich inzwischen auf Niveaus, die der Markt einige Zeit nicht mehr gesehen hat.

Darin liegt ein reales Risiko. Denn je weiter die Zinsen steigen, desto größer wird der Druck auf nahezu alle Anlageklassen.

Abbildung: Aktueller Chart der Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen (Quelle: Stockcharts.com)

 

Der obige Chart der Zinsen der 30-jährigen Treasuries zeigt diesen Ausbruch sehr deutlich. Die Renditen haben die obere Begrenzung ihrer mehrjährigen Seitwärtsbewegung fast überwunden und sind auf dem Weg zu neuen Hochs. Damit wird ein Bereich erreicht, in dem Finanzierungskosten für Staaten, Unternehmen und Verbraucher spürbar restriktiver werden. Dies zeigt sich bereits an einigen Stellen, auch beim Goldpreis in US-Dollar.

Warum steigende Zinsen Gold belasten

 

Dieser reagiert darauf bereits negativ. Das Edelmetall scheiterte erneut an seiner 50-Tage-Linie (graue Kreise im nachfolgenden Chart) und zeigt relative Schwäche gegenüber Anleihen und Aktien.

 

 

Abbildung: Aktueller Tageschart des Goldpreis in US-Dollar (Quelle: Stockcharts.com)

Dies ist auch nachvollziehbar: Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Während Anleger bei Staatsanleihen inzwischen wieder attraktive Renditen erhalten, bleibt Gold „zinslos“.

Mit jedem weiteren Anstieg der US-Zinsen steigen deshalb die Opportunitätskosten eines Gold-Investments. Anleger müssen sich immer stärker fragen: Warum Gold halten, wenn sichere US-Staatsanleihen inzwischen wieder Renditen von über 5 % bieten? Genau dieser Mechanismus belastet derzeit den Goldpreis.

Der eigentliche Stresspunkt liegt am Aktienmarkt

 

Noch wichtiger ist jedoch die Auswirkung auf den Aktienmarkt.

Denn wenn „sichere“ US-Staatsanleihen plötzlich wieder deutlich höhere Renditen bieten, dann muss auch die Gewinnrendite von Aktien steigen, um das zusätzliche Risiko gegenüber Staatsanleihen zu rechtfertigen. Die Gewinnrendite beschreibt vereinfacht den Gewinn eines Unternehmens im Verhältnis zum Aktienkurs, also den Kehrwert zum Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Viele Unternehmen werden diese höhere geforderte Rendite nicht liefern können.

Natürlich gibt es Firmen mit starker Preissetzungsmacht, die Inflation und gestiegene Kosten an ihre Kunden weitergeben können. Doch ein großer Teil des Marktes steht genau hier unter Druck.
Höhere Löhne, teurere Finanzierung und steigende Inputkosten treffen Unternehmen, deren Margen ohnehin bereits angespannt sind. Können diese Kosten nicht weitergereicht werden, geraten Gewinne unter Druck und damit auch die Bewertungen.

 

Jetzt trennt sich Qualität von Durchschnitt

Genau deshalb wird die Marktphase jetzt zunehmend anspruchsvoller. In den vergangenen Jahren wurden viele Schwächen durch fallende Zinsen und reichlich Liquidität überdeckt. Dieses Umfeld existiert nicht mehr. Steigende langfristige Zinsen wirken heute wie ein permanenter Gegenwind für hoch bewertete Aktien und für Unternehmen mit schwacher Profitabilität.

Deshalb wird in den kommenden Monaten eines entscheidend sein: sehr selektives Stock Picking.
Wer einfach „den Markt“ kauft, könnte in diesem Umfeld schnell unangenehme Überraschungen erleben. Wer dagegen gezielt Unternehmen auswählt, die stabile Margen, Preissetzungsmacht und robuste Cashflows besitzen, hat weiterhin gute Chancen auf entspannte Outperformance.

Mein Fazit

In einem Markt wie diesem entscheidet sorgfältige Aktienauswahl nicht nur über Rendite, sondern vielmehr über Ihren Kapitalerhalt. Dabei will ich überhaupt nicht das Ende der Aktienhausse ausrufen, will aber erinnern, dass alle Märkte auch mal ausatmen und konsolidieren müssen. Wie ein Sportler oder eine beliebige Person, die sehr schnell eine steile Treppe hinaufrennt.
Nach der ungewöhlich dynamischen Rallye der vergangenen sechs sehr festen Wochen, könnte die Luft jetzt etwas dünn werden. Auch aus saisonalen Gründen wird eine Konsolidierung vor allem bei den teils sehr ausgereizten Tech-Aktien immer wahrscheilicher.

Auch in meiner individuellen Anlageberatung und Finanzplanung geht es vielmehr um Sicherheit und die Erreichbarkeit Ihrer persönlichen finanziellen Ziele in angemessener (Lebens) Zeit.
Bitte antworten Sie mir einfach auf diese Mail, falls Sie sich dafür interessieren.

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Bild von Klaus Buhl

Klaus Buhl

Mein Name ist Klaus Buhl und ich habe das Investmentgeschäft „von der Pike auf“ gelernt. Vor einigen Jahren wurde mir klar, dass „die Märkte“ nicht so funktionieren wie es uns die Finanzindustrie und die Massenmedien vorgaukeln. Mir wurde klar, daß die allermeisten Kunden mehr als nur eine clevere Strategie und guten Service erwarten neben Fairness und Loyalität - echte Unabhängigkeit sowie vollständige Transparenz der Produkte und Kosten. Deshalb habe ich vor einigen Jahren meine eigene GmbH gegründet und veröffentliche wöchentlich meinen Gratis Börsenbrief

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