Kommt nach Corona die Inflation?

Seit einigen Tagen wird die Berichterstattung der Medien über die Verfassung der Märkte wieder schrill und mindestens ängstlich.
Der Auslöser dafür ist vielleicht die global sehr ungünstige Entwicklung der Neuinfizierungen mit Corona. Oder die ungünstige Jahreszeit sowie der in den USA auf Hochtouren laufende Wahlkampf. Eigentlich ist es wie immer, die Kurse steigen und fallen in Zyklen, und wir Anleger überlegen, warum das so ist. Obwohl wir genau wissen, dass man damit keinen Blumentopf gewinnt.

Da ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, beleuchten wir heute kurz den sehr wichtigen und gleichgewichteten S & P 500 Index, in dem jede Aktie gleich schwer und gleich wichtig ist.

S & P 500 Index gleichgewichtet

Im Gegensatz zum bekannteren „normalen“ S & P 500 Index, hat der gleichgewichtete noch nicht wieder sein „Vor- Corona-Hoch“ erreicht.
Ganz kurz sah es danach aus, doch das zyklischen Hoch bei 4.600 Punkten, welches ich Ihnen markiert habe, hat sich als falscher Ausbruch erwiesen, der prompt eine moderate Konsolidierung auslöste. (siehe die negative 0-Achse im rechten Bereich).
Bei 4.450 Punkten griffen jedoch die Anleger wieder zu und leiteten eine Stabilisierung ein. Auch die Gewinnmitnahmen nach der bereits erwähnten FED-Sitzung haben bisher noch keine ungünstige 0- Achse ausgelöst.

Insgesamt tendiert der Index insofern seit Anfang Juni seitwärts (Ziffer 6). Die Musik spielte wochenlang vor allem bei den üblichen verdächtigen, also den Wachstums- und FAANG-Aktien.
Dies wird zwar häufig kritisiert, gibt uns aber umgekehrt die Chance, fair bewertete Qualitätsaktien zu finden. Besonders interessant dann natürlich, wenn diese relative Stärke gewinnen und sich in attraktiven Sektoren befinden.
Mit solchen Werten befassen wir uns im Premium Brief mit den drei konkreten Depots. Gleich morgen steigen wir übrigens bei einer aufsteigenden Firma des Sektors Consumer-Electronic ein.
Hier können Sie mit dabei sein.

Bereits in meinen vergangenen beiden Ausgaben bin ich kurz darauf eingegangen. Unter erstaunlich geringer Beachtung seitens der Bevölkerung hat die US- Notenbank ihr Inflationsziel von 2 % an den aktuellen Zeitgeist angepasst. 
Während früher die FED die Inflation bei 2 % begrenzen wollte, betrachtet sie ab sofort die alte Obergrenze nur noch als durchschnittliche Orientierung. In der Praxis könnte die Zentralbank argumentieren, dass wir seit der Finanzkrise kaum Inflation erlebt und daher das 2 %- Ziel locker erreicht haben. Deshalb sei es jetzt und im Verlauf der nächsten Jahre kein Problem, die Inflation einfach laufen zu lassen.

Die Risiken der modernen Geldpolitik

Nun könnte man natürlich sagen, dass neue durchschnittliche Ziel von 2 % sei nicht relevant, da in den vergangenen Jahren die Inflation sogar unterhalb dieser Projektion lag. Dem will ich nicht widersprechen, da wir seit der Finanzkrise fast durchgängig Druck auf die Rohstoffpreise und die Produzentenpreise erlebt haben. Auch durch die Konzentrationsprozesse im Einzelhandel, die durch Internet und Digitalisierung steigende Produktivität und die immer größer werdende Transparenz der Preise kämpften die Notenbanken eher mit Deflation als mit Inflation.

Das Risiko einer deflationären Tendenz mit fallenden Preisen, die nur sehr schwer bekämpft werden kann und gleichzeitig das  Wirtschaftswachstum hemmt, war seit der Finanzkrise bedrohlicher als eine Inflation.
Genau dies könnte sich aber jetzt ändern. Schließlich haben die Notenbanken schon vor Corona ihre Bilanzen immer weiter aufgebläht. Immer aggressiver wurden die jeweiligen Kaufprogramme
für Anleihen sowohl was die Quantität als auch was die Qualität betrifft. Mittlerweile werden nicht nur Staatsanleihen von guter Qualität sondern auch Unternehmensanleihen mit zweifelhafter Qualität von den Notenbanken gekauft. Auch wenn es eine Weile dauert, bis das Zentralbankgeld in den Wirtschaftskreislauf durchsickert fehlt mir die Fantasie, wie diese Liquidität im Ernstfall später einmal wieder aufgenommen werden soll. Noch verhindert die große Verschuldung von Staaten, Unternehmen und dem privaten Sektor, dass diese Liquidität nachfragewirksam wird.
Aber im Laufe der zukünftigen Jahre wird die Gefahr immanent, dass die Preise wie erwünscht anziehen und wir eine Inflation erleben.

Selbstverständlich klingt dies heute noch sehr abstrakt und kaum jemand befasst sich angesichts von fast zinslosen Staatsanleihen mit Inflation. Aber trotzdem besteht das Risiko, das die Inflation zurückkehrt und genau deshalb performen seit einigen Jahren Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold so gut. Alleine schon die aufgeblähte Geldmenge beflügelt Sachwerte. Denn wenn mehr Geld im Umlauf ist, wird dieses relativ betrachtet weniger wertvoll im Vergleich zu Sachwerten.
Dazu kommt dann noch der freundliche Nebeneffekt für uns Aktionäre, dass die zukünftigen Zahlungsströme einer Aktie bei geringen Zinsen heute viel wertvoller sind als bei relativ hohen Zinsen.

Selbstverständlich bedroht eine Inflation Geldwerte und Guthaben bei Banken und Versicherungen von allen Menschen, den sehr reichen und auch den ärmeren Anlegern.  Trotzdem ist Inflation unsozial, da sie vor allem die Menschen mit geringeren Einkommen bedroht. Diese können nicht sinnvoll und diversifiziert in Sachwerte wie Aktien umschichten und bleiben daher viel leichter am unsinnigen Sparbuch oder Festgeld kleben.
Die Nachteile der Inflation kann man durchaus als Steuer verstehen, die aber leider vor allem die ärmere Hälfte der Bevölkerung trifft und deswegen unsozial ist. Deswegen müssen im Fall einer Inflation vor allem die wenig begüterten Menschen die Folgen der exzessiven Staatsverschuldung aushalten, was natürlich nicht gerecht ist.
Deshalb galt es jahrzehntelang als vornehmes Ziel von verantwortungsvollen Regierungen und Zentralbanken, eine Inflation unbedingt zu vermeiden. Dies ist der Grund, warum noch vor wenigen Jahren in Deutschland die so genannte Schuldenbremse eingeführt worden ist. Dadurch sollte verhindert werden, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der heutigen Staatsverschuldung den zukünftigen Generationen aufgebürdet werden. Darüber kann man in Zeiten vor Corona und im Fall von sinnvollen Investitionen natürlich streiten, grundsätzlich ist ein Budgetlimit aber richtig und disziplinierend.

Warum sollte man sich vor Inflation schützen?

In der volkswirtschaftlichen Theorie ist es übrigens umstritten, ob unsere Kinder für unsere Schulden aufkommen müssen, oder ob Staatsschulden überhaupt jemals zurückbezahlt werden. Immerhin werden auch die Früchte und Erträge der heutigen Investitionen an spätere Generationen vererbt. Dies funktioniert aber leider nur in der Theorie, da der größte Teil der Staatsschulden nicht sinnvoll investiert, sondern konsumiert wird und in soziale Transferleistungen fließt.

So oder so wird es auch durch Corona immer wichtiger, dass Sie ihr Erspartes regelmäßig in Aktien und Sachwerten anlegen und sinnvoll investieren. Geldwerte, Sparbücher, Festgelder und Lebensversicherungen sind keine Investitionen. Meist können Sie zusehen, wie Ihr Geld weniger wird und Ihre Kaufkraft sinkt – zukünftig wahrscheinlich schneller als heute, da die meisten Experten aus verschiedenen Gründen mit einer steigenden Inflation rechnen.

Heutzutage ist es nicht schwierig, sich mithilfe von Sparplänen ein gut diversifiziertes Portfolio aufzubauen, z.B. mit internationalen ETF`s. Dazu und als Ergänzung kann man dann gerne phasenweise in einzelne attraktive Regionen investieren. Z.B. wenn diese eine relative Stärke aufweisen oder fundamental interessant sind. Selbstverständlich sind auch bestimmte „Buzz-Themen“ wie Digitalisierung, grüne Energie oder Biotechnologie häufig interessant. Leider aber genau dann nicht, wenn sie alle haben wollen oder die Banken sie Ihnen gerne verkaufen würden.
Grundsätzlich ist es viel sinnvoller, sich dabei auf den inneren Markt und dessen besondere Zyklik zu verlassen. Den besten Tag für den Ein- und Ausstieg werden Sie sowieso nicht treffen. Aber gut lassen Sie Signale des inneren Marktes erkennen, ob für uns jetzt in einer guten oder einer schlechten Investitionsphase für eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Thema befinden.

Wie soll man sich schützen?

Gerne helfe ich Ihnen dabei, ein zu Ihnen und ihrer Persönlichkeit „passendes“ Portfolio zusammenzustellen. Selbstverständlich sind die Konditionen dafür sehr fair und Sie müssen keine Ausgabeaufschläge oder intransparente Kosten befürchten.
Dafür unterstütze ich Sie begleitend als bankenunabhängiger Portfolio-Coach. Dabei bin ich aber nicht unabhängig, sondern stehe immer auf ihrer Seite und bin nur Ihnen verpflichtet.
Senden Sie mir einfach eine kurze E-Mail, damit ich überprüfen kann, ob ich Ihnen helfen kann.

Viel Erfolg mit ihren Investitionen und sonnige Grüße aus dem Rheinland.

PS: warum sind Sie eigentlich noch nicht mein Kunde?

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