Innerer Markt kurzfristig überhitzt – und nun?

Liebe Investoren,

Die „Millionen-Dollar-Frage“ dieser Tage lautet meiner Meinung nach nicht, wie die Börse mit den verschiedenen globalen Risiken zurechtkommt. Diese sind zwar kaum kalkulierbar – aber wir Anleger können uns graduell auf die verschiedenen Bedrohungen einstellen, weshalb diese auch wie von Zauberhand in die Kurse „eingepreist“ werden – wie es so schön heißt.
Viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Problematik, wie die Anleger in den kommenden Wochen auf die allmähliche Reduzierung der bekannten Droge und Stimulanz namens Liquidität reagieren.
Immerhin müssen wir damit rechnen, dass die EZB ihr Ankaufprogramm für Anleihen ab Januar halbieren wird. Dann würden „nur“ noch Anleihen für etwa 30 Milliarden von der Notenbank  aufgekauft.
Aber auch hier gilt natürlich, dass die Reduzierung der Anleihekäufe durch die EZB kein Geheimnis ist und deswegen die hart gesottenen Investoren unbeeindruckt sind. Im Gegensatz übrigens zu der überwiegenden Mehrheit der Anleger, die im Augenblick sehr skeptisch sind und nach Gründen suchen, warum die Kurse ab jetzt nicht mehr weiter nach oben klettern können.

Genau in solchen Börsenphasen sind meiner Meinung nach die Risikoindikatoren des inneren Marktes Gold wert. In der vergangenen Woche habe ich Ihnen hier den wichtigsten Risikoindikator gezeigt, den NYSE Bullish Percent. Dieser zeigt uns, dass die großen Investoren wieder verstärkt Kapital in den Markt lenken und der Aktienmarkt ganz eindeutig von der Nachfrage gelenkt wird.
Heute will ich ihre Aufmerksamkeit aber auf die kurzfristige Perspektive lenken, die derzeit etwas eingetrübt ist.

Kurzfristiger Marktzustand: überhitzt

Hier sehen Sie den so genannten 50 –Tage- Indikator, der Ihnen zeigt, wieviel Prozent der an der New Yorker Börse NYSE gehandelten Aktien oberhalb ihrer wichtigen 50 –Tage- Linie handeln.

Innerer Markt überhitzt

Oberhalb von etwa 70 % befinden wir uns in der überkauften Zone. Natürlich kann ein Markt länger überhitzt bleiben, als dies vernünftig wäre. Sehr Wahrscheinlich ist dies aber nicht, wie Ihnen die Grafik zeigt.
Denn Märkte tendieren dazu, aus ihren extremen Zuständen heraus wieder in ihre mittlere und damit normale Ausprägung zu flüchten.

Denken Sie doch einfach mal an einen Spielzeugturm aus Holzklötzen. Nach oben hin wird das gesamte Konstrukt immer fragiler, je mehr Klötze Sie übereinanderstapeln.
Und irgendwann fällt der Turm in sich zusammen.
An der Börse verhält es sich ganz ähnlich. Plötzlich und fast ohne Vorwarnung nehmen die frühen Anleger ihre Gewinne mit und der Markt wird in eine Konsolidierung oder gar Korrektur gezwungen.
Derzeit notieren wir bei etwa 80 %. Dies bedeutet, dass 80 % der an der New Yorker Börse gehandelten Aktien oberhalb ihrer 50- Tage- Linie notieren.
80 % der Aktien werden also von der Nachfrage gelenkt, was eine sehr positive Marktbreite darstellt.
Auf der anderen Seite gilt es aber zu bedenken, dass dies der zweithöchste Wert ist, der in diesem Jahr gemessen wurde und wir befinden uns damit tief in der oberen überhitzten Zone.
Da Märkte stets in ihren Normalzustand zurück wollen, ist es heute also nur noch eine Frage der Zeit, wann Gewinnmitnahmen einsetzen.
Bitte Bedenken Sie, dass Sie die guten Einstiegsgelegenheiten in der unteren extremen Zone finden, bzw. wenn sich hier eine aufsteigende positive X-Achse bildet.

Die gegenwärtig überhitzte Ausgangslage ist noch längst kein Grund für breite Verkäufe, ich empfehle aber noch vorsichtiger als sonst zu sein. Denn nun genügt schon der kleinste Anlass um eine mehr oder heftige Korrektur auszulösen.

Ein praktisches Problem für uns Anleger ist daher jetzt, ob man nun proaktiv Positionen auflösen und Gewinne realisieren sollte – oder doch eher konsequent die gesetzten Stopp- Marken beachtet.
Oder beide Verfahrensweisen miteinander kombiniert, also Positionen auflöst und Gewinne mitnimmt und bei anderen Titeln einfach abwartet, was wirklich passiert.
Im Premium-Brief und auch in der Vermögensverwaltung kombiniere ich beide Verfahren. In der Praxis ist noch kein Anleger an Gewinnmitnahmen gestorben. Und davon abgesehen ist es ebenfalls normal, dass einzelne Aktien irgendwann allmählich an Dynamik und Momentum verlieren und wieder nach Süden hin orientieren. Meiner Meinung nach bleibt es also dabei, dass die beste Möglichkeit um die Zukunft vorherzusehen die genaue Kenntnis der Gegenwart ist. Nur wer weiß, was heute im Markt vor sich geht, kann eine Zukunftsprognose wagen.

Hier können Sie sich informieren, wie ich im Premiumbrief vorgehe. Immer richtig und konsequent ist es übrigens, sich von relativ schwachen Aktien zu trennen und auf die stärksten Titel und Sektoren zu konzentrieren. Nach dieser Methode identifiziere ich übrigens auch die interessantesten Aktien für die Vermögensverwaltung.

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