Warum profitiert Gold nicht vom Handelsstreit?

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Liebe Aktienfreunde,

in den vergangenen Wochen und zuletzt erst gestern habe ich Anfragen von Ihnen bekommen, was denn mit dem Goldpreis los sei?
Noch nicht einmal jetzt, wo der der Handelsstreit erneut eskaliert und die globalen Indizes auf Talfahrt gehen, konnte das Edelmetall nennenswert profitieren.
Daher beschäftigen sich viele deutsche Investoren und Aktien-Sparer mit der Frage, warum der Goldpreis nicht auf die verschiedenen geopolitischen und konjunkturellen Risiken reagiert.
Auch die meiner Meinung nach sehr gefährliche US -Außenpolitik gegenüber dem Iran oder die politische Situation im Nahen Osten konnten den Goldpreis über den wichtigen Widerstand bei etwa 1.370 USD verhelfen. Zwar erhielten die Minenwerte im Winter und Frühjahr etwas Rückenwind nach jahrelanger Tristesse und bauten sogar relative Stärke auf, doch damit ist es längst vorbei und die Anleger vernachlässigen den Sektor erneut.

Was steckt hinter der Goldschwäche?

Das wichtigste Argument gegen das gelbe Edelmetall ist gegenwärtig die ungewöhnlich geringe US- Inflation in Anbetracht der nach wie vor boomenden Wirtschaft. In früheren Konjunkturzyklen war die reale Inflation in einem vergleichbar starken wirtschaftlichen Umfeld höher als heute.
Die Produzenten schaffen es einfach nicht, die Preise und ihre Margen zu erhöhen. Und auch die Staaten bzw. die Notenbanken sind trotz jahrelanger Geld-Druckerei nicht in der Lage, ein inflationäres Umfeld zu erzeugen.

Offenbar wird der Goldpreis im Augenblick von mindestens drei Seiten unter Druck gesetzt

  • Fehlendes Fluchtverhalten der Anleger in Gold trotz vorhandener geopolitischer Risiken. Gold ist kein sicherer Hafen mehr.
  • Der starke US-Dollar. Da Edelmetalle und Rohstoffe traditionell in Dollar gehandelt werden, setzt ein starker Dollar den Goldpreis (in USD ausgedrückt) unter Druck.
  • Starke US Wirtschaft und geringe Inflation
  • Der starke US-Dollar seit Präsident Trump immer rücksichtsloser auf „America First“ setzt

Besonders die nur geringe Inflation macht dem Goldpreis meiner Meinung nach zu schaffen. Denn eine nachweislich funktionierende Eigenschaft von Gold in einem Portfolio während der vergangenen 100 Jahre war der Schutz vor Inflation und die geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen.
Heute gibt es also kaum Gründe, Gold als Inflationsschutz zu erwerben.

Der starke Dollar: fundamental gerechtfertigt

Angesichts der in den wichtigsten Industrieländern tiefen Zinsen und geringer Inflation bleibt die Frage, warum der Dollar so stark ist. Meiner Meinung nach gehen die Investoren davon aus, dass die starke US -Wirtschaft einen Handelskonflikt viel besser wegsteckt als die extrem globalisierten und vernetzten Volkswirtschaften Deutschlands und Chinas. Deswegen befestigt sich der Dollar bei jeder neuen Eskalation im Handelskonflikt. Dadurch wiederum verschlechtert sich die Wettbewerbssituation der häufig im Dollar verschuldeten Schwellenländer und zusätzliches Kapital schwappt zurück in die USA, was deren Währung erneut verteuert.
Der gesamte Prozess aus festerem Dollar, Währungsrückflüssen in die USA und hoher Wirtschaftsdynamik drückt den Goldpreis.

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Dollar Index, der die wichtigsten Währungen gegenüber dem US-Dollar abbildet.
Der gelassene P & F Chart verdeutlicht, dass wir keine großen Summen auf einen sich abschwächenden Dollar wetten sollten – und daher auch nicht auf einen dynamisch steigenden Goldpreis.

Seit Anfang des Jahres 2018 befestigt sich der Dollar, was die positive X-Achse ganz rechts zeigt. Mittlerweile ist die US -Währung drauf und dran, über den Widerstand der negativen Trendgerade zu springen.
Die Stärke des US-Dollar zeigt die starke Verfassung der Wirtschaft und auch das Vertrauen, im Handelskonflikt mit China die Oberhand zu gewinnen.
Ein weiterer Grund für den starken Dollar ist die zunehmende Schwäche und die mangelnde politische Einigungsfähigkeit Europas und des Euro-Raums.

Gold: kein Ausbruch in Sicht

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den gelassenen P & F Chart vom Gold.
Wie Sie sehen, spricht im Augenblick wenig aus Sicht des kurzfristigen Spekulanten JETZT in Gold zu investieren. Ganz anders mag sich dies aus Sicht eines Investoren darstellen, der „nur“ eine Depotversicherung oder ein Instrument zur Diversifikation sucht. Dann ist es langfristig praktisch egal  wann man einsteigt.

Zwei Dinge fallen im P & F Chart auf. In den vergangenen drei Jahren lehnten die Marktteilnehmer Kurse unterhalb von 1.170 und oberhalb von 1.370 eindeutig ab. Dazwischen pendelt der Kurs seit etwa 4 Jahren und ich frage mich, warum er gerade jetzt nach oben ausbrechen sollte. Bei etwa 1270 $ Besonders schwer wiegt der charttechnische Fehlversuch von Februar, endlich die negative Widerstandsgerade zu überwinden. Nur kurz schaffte es der Kurs, sich oberhalb davon zu halten (Ziffer 2 für Februar im roten Kasten). Aber nur wenig später ging es dann wieder umso dynamischer nach unten und es bildeten sich zwei tiefere negative 0- Achsen. Aus irgendeinem Grund ist der Druck der Verkäufer heute größer als zu Beginn des Jahres.

Übrigens habe ich damals die Goldpreisentwicklung ebenfalls kurz dargestellt und bin davon ausgegangen, dass die Bullen jetzt eine gute Chance haben, ein neues Hoch oberhalb von 1.370 zu bilden und den dortigen Widerstand endlich zu knacken. Auslöser war damals die starke Nachfrage der Zentralbanken nach dem gelben Edelmetall
Die nächste gute Unterstützung liegt übrigens auf dem Niveau der Unterstützungsgerade bzw. bei etwa 1.230 USD. Dort wäre der Goldpreis etwa in der Mitte seines Seitwärtstrends und auf einem ausgeglichenen Niveau.
Nicht gerade ermutigend ist auch der saisonale Aspekt. Speziell der Mai aber auch die gesamten Sommermonate sind nicht gerade beliebt bei den Goldfans.
Saisonal interessant wird es erst wieder ab September – jedenfalls im Durchschnitt der Jahre.

Hier können Sie sich die die aktuellen Empfehlungen zusenden lassen.

Viel Erfolg und herzliche Grüße von Ihrem fairen Berater

Klaus Buhl

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