Liebe Anlegerinnen und Anleger,
nahezu jeder Anleger kennt sicherlich die ein oder andere Börsenweisheit, darunter auch „Die Börse ist keine Einbahnstraße.“
Die angespannte Lage am Golf hält zwar weiter an, doch derzeit weisen viele technische Indikatoren darauf hin, dass auch dieses Mal die Märkte nicht ins Bodenlose fallen werden.
Natürlich möchte ich hier nichts verharmlosen, doch wer an den Märkten stets nur eine der beiden Seiten betrachtet, zahlt früher oder später drauf.
Und genau deshalb möchte ich mit Ihnen heute einmal einen Blick auf den ein oder anderen Chart werfen, der sich gar nicht so negativ zeigt derzeit, wie die Schlagzeilen in den Medien einen vermuten lassen würden. Oder jedenfalls andeutet, dass die aktuell miese Stimmung sehr schnell in eine Gegenbewgung oder gar Rallye münden kann.
Bleiben Sie also mit Ihrer Meinung an der Börse stets flexibel und nicht voreingenommen für die eine oder andere Seite des Marktes.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Ostermontag und einen guten Start in die wahrscheinlich wieder aufregende neue Börsenwoche.
Bitte melden Sie sich bei mir, falls Sie sich für eine Überprüfung Ihrer Kapitalallokation interessieren.
Ihr fairer Berater,
Klaus Buhl
Es ist kein Geheimnis: Seit dem Kriegsausbruch am Golf stehen die Märkte unter sichtbarer Belastung. Dies hat inbesondere an den US-Märkten dazu geführt, dass eine Korrekturphase eingetreten ist. Im S&P 500 ging es beispielsweise von rund 7.000 Punkten um 10% auf 6.300 Punkte rückwärts. Viele Einzelwerte gaben noch deutlich mehr ab, weshalb jetzt die Bewertungen wieder viel interessanter und attraktiver als noch vor einigen Wochen sind.
Inzwischen sind wir charttechnisch jedoch an einem Punkt angekommen, an dem die Märkte einen Boden finden könnten, sowohl kurz- als auch mittelfristig. Der nachfolgende Chart des S&P 500 zeigt dies sehr gut.

Abbildung: Mittelfristige Perspektive des S&P 500 (Quelle: stockcharts.com)
Wie Sie sehen können, ist der Index inzwischen wieder an seiner Unterstützungszone bei 6.200 Punkten angekommen. Auch setzte letzte Woche bereits eine Erholung von +3,36 % ein. Dies zeigt, dass auch angesichts der derzeitigen Schlagzeilen die Börse keineswegs in den „großen“ Crash übergegangen ist. Vielmehr rechne ich auf dem aktuellen Level mit einer Stabilisierung.
Auch der innere Markt unterstützt diese Annahme
Dies wird auch durch das Verhalten des inneren Marktes unterstützt, was das technische Bild umso spannender macht. Denn der NYE Bullisch Prozent Index war pünktlich im Januar in den Zustand „bestätigt bärisch“ (=bear confirmed) übergangen. Nun fehlt jedoch nur noch ein Punkt für das Entstehen einer neuen X-Säule. Wäre dies der Fall, hätten wir damit seit Monaten erstmals einen neuen Zustand: Aus „bestätigt bärisch“ würde „bärische Korrektur“.

Abbildung: Aktueller Chart des NYSE BP Index (Quelle: stockcharts.com)
Das soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die derzeitige Situation am Golf weiterhin nicht gelöst ist und sich auch eine realitische Entwicklung in eine entsprechende Richtung nicht abzeichnet. Dementsprechend werden die Märkte auch weiterhin sensibel auf entsprechende Schlagzeilen reagieren.
Doch selbst in einem wirklich unerfreulichen Umfeld, das aktuell noch keineswegs gewiss ist, gibt es Unternehmen, die profitieren werden. Geschäftsmodelle rund um den Grundbedarf lassen sich nicht einfach wegrationalisieren. Genauso gibt es viele Unternehmen, die sogar von der aktuellen Entwicklung profitieren oder selbst stärkere inflationäre Entwicklungen an ihre Kunden weitergeben können.
Für einen „Abgesang“ auf die Märkte ist es somit noch deutlich zu früh. VIelmehr ist es jetzt absolut wesentlich, dass Sie richtig positioniert und damit auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.
Jetzt zählt eine gute Kapitalallokation
Geopolitische Konflikte wie der Konflikt am Golf sind meiner Meinung nach für Ihre Vermögensallokation viel bedeutender als frühere Eskalationen. Der Grund: Die Weltwirtschaft ist energie- und lieferkettenseitig verwundbarer geworden und gleichzeitig ist die Inflation strukturell höher als in früheren Jahren.
Der zentrale Übertragungskanal ist heute natürlich der Ölpreis bzw. dessen Angebotsschocks.
Historische Ölpreissprünge zeigen fast immer das gleiche Muster: kurzfristig steigende Inflation, sinkende Konsumlaune und steigende Rezessionswahrscheinlichkeit. Beispiele sind die Ölkrisen der 1970er und der Preisschock mit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine 2022
Für Sie als Investor bedeutet das: Allokation wird wichtiger als Markt-Timing. In einem Umfeld möglicher Stagflation – also schwächeres Wachstum bei gleichzeitig höherer Inflation – funktionieren klassische 60/40 oder 80/20 Portfolios nicht besonders gut, weil Aktien und Anleihen gleichzeitig fallen können. (Wie im Jahr 2022 sehr schmerzhaft erlebt)
Strategisch sehe ich diese zentrale Bausteine:
Erstens: reale Assets. Energieaktien, Rohstoffe und Infrastruktur bieten einen natürlichen Inflationshedge. Historisch korrelieren Energieunternehmen positiv mit Ölpreisschocks.
Zweitens: Gold als geopolitische Versicherung. Gold reagiert weniger auf Wachstum als auf Unsicherheit und reale Zinsen. Die Zentralbankkäufe bleiben wahrscheinlich hoch
Drittens: kurze Duration bei Anleihen. Inflationsüberraschungen treffen langlaufende Staatsanleihen am stärksten.
Viertens: Qualitätsaktien mit Preissetzungsmacht. Unternehmen mit stabilen Margen, geringer Verschuldung und globaler Nachfrage überstehen inflationäre Phasen deutlich besser als zyklische Unternehmen mit schwankenden Preisen und Margen.
Fünftens: Liquidität. Unterschätzen Sie nicht den strategischen Wert von Cash oder sicheren Staatsanleihen um Marktverwerfungen und Krisen opportunistisch nutzen zu können.
Mein Fazit: Der Golfkonflikt ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil der neuen geopolitischen Risikoprämie. Die Kapitalmärkte entfernen sich vom Regime der Friedensdividende früherer Jahre und die Volatilität steigt. Vermögensallokation wird dadurch nicht nur wichtiger – sie wird zum entscheidenden Renditetreiber.
Entscheidend ist weniger die Prognose einzelner Ereignisse als die Robustheit Ihres Portfolios hinsichtlich unterschiedlicher makroökonomischen Szenarien.
Bitte antworten Sie einfach auf diesen Brief, falls ich Sie im Rahmen meiner Anlageberatung und Vermögensplanung unterstützen kann.
Ich wünsche Ihnen einen schönen und erholsamen Ostermontag sowie eine erfolgreiche neue Woche.
Mit sonnigen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
PS.: Gerade in solchen Marktphasen ist eine ruhige, fundierte Einordnung entscheidend. In der Anlageplanung und Im Premium Börsenbrief begleiten ich Sie kontinuierlich durch das aktuelle Umfeld, analysiere Chancen und Risiken und zeigen auf, wo sich trotz aller Unsicherheit attraktive Möglichkeiten ergeben – klar, strukturiert und ohne unnötige Dramatik.
