Vola schießt hoch und das Aktienrisiko steigt

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

gerade eben haben wir Anleger es uns so richtig gemütlich gemacht und ausgeblendet, dass die Kurse auch einmal sinken können, schon spielt uns die launische Diva „Miss Börse“ einen ihrer typischen Streiche.
Ähnlich wie ich es hier in meinen beiden vergangenen Beiträgen beschrieben habe, konnte es so geradlienig nicht mehr weitergehen – vor allem nicht mehr an den US -Börsen.
Während bei uns von einer Kursübertreibung nach wie vor wenig zu sehen ist, schien mir auf der anderen Seite des Atlantiks das Vertrauen der Anleger viel zu groß. Insofern ist die jetzige harsche Konsolidierung auch nicht ungewöhnlich. Immer wenn sich die Anleger vertrauensvoll auf der einen Seite des Marktes versammeln, müssen sie nicht allzu lange warten, bis das Pendel in die andere Richtung umschlägt.

Diese extreme Zuversicht der Anleger hat sich auch im 50 -Tage Indikator niedergeschlagen, den ich hier gezeigt habe. Viel zu weit ist der systematische und kurzfristig relevante Indikator in die überhitzte Zone hineingelaufen.
Marktzustände, wie wir sie nur etwa alle drei Jahre erleben, werden mit großer Regelmäßigkeit wieder korrigiert – auch in diesem noch jungen  Börsenjahr.
Genau deshalb sollten wir jetzt nicht voreilig das Ende der übergeordneten Hausse  ausrufen.
Ich tendiere dazu, dass wir zwar jetzt eine unangenehme  Korrektur erleben, diese könnte aber eine gute und vorerst letzte Einstiegsgelegenheit sein.
Natürlich haben die Verkäufer jetzt gute Argumente wie den starken Zinsanstieg und die zunehmende Furcht vor Inflation. Diese Überlegungen sind aber keineswegs so neu, wie die Medien es uns darlegen.
Interessant ist auch, dass der wichtige Risikoindikator NYSE Bullish Percent nach wie vor in einer positiven X Spalte verläuft und übergeordnet auf die Bullen zeigt – wenn auch nur sehr knapp.
Auch diese Entwicklung werde ich natürlich in den kommenden Tagen hier und im Premiumbrief mit den konkreten Empfehlungen beleuchten.

Vola auf Jahreshoch

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die implizierte Vola des DAX, die ihr somerliches Hoch locker überboten hat und auf ein Jahreshoch geschossen ist.
Traditionell steigt die Vola, wenn die Kurse fallen. Dies hängt damit zusammen, dass die Vola ein wichtiger Bestandteil der Preisfindung für Optionen ist. Vereinfacht kann man sagen, dass die Vola das Bedürfnis der Marktteilnehmer sich abzusichern ausdrückt.

Vola steigt schnell im DAX

Sehr gut erkennen Sie den „Spike“ der vergangenen beiden Tage. So lange sich die Vola nicht wieder nach unten bewegt, bleibt der DAX in großer Unruhe und Sie sollten keine neuen Long-Positionen eröffnen. Auf der anderen Seite erleben Sie aber die besten Einstiegsgelegenheiten genau dann, wenn die Vola wieder in sich zusammen fällt. Dann ist die Stimmung am negativsten obwohl das Risiko sinkt. Darauf sollten Sie in den nächsten Tagen achten.

DAX fallt auf die Unterstützungsgerade

Blitzschnell und ohne besondere Warnung oder Umverteilungsphase hat sich in den vergangenen Tagen die überhitzte Situation abgebaut. Reihenweise hat der DAX wichtige Unterstützungen durchschlagen und ist in unmittelbarer Nähe der nach wie vor steigenden 200-Tage-Linie(hier nicht zu erkennen) und der aufsteigenden Unterstützungsgeraden der P & F Technik aufgeschlagen.

DAX unter Druck

Das sieht wirklich hässlich aus und es gibt wenig zu beschönigen.
Im Augenblick wird der Markt eindeutig von den Verkäufern gelenkt. Aber wir sollten uns auch verdeutlichen, dass der DAX nach wie vor in Reichweite seiner aufsteigenden Unterstützungsgeraden handelt und oberhalb der 200- Tage- Linie. Schneller als gedacht befinden wir uns also auf einer  guten Unterstützung.
Außerdem handeln wir exakt auf dem Niveau vom Beginn des Börsenjahres. Dies ist wirklich kein Beinbruch, viel ist also nicht passiert und Panik verfrüht.
Umgekehrt wäre es natürlich wichtig, wenn die Käufer in den kommenden Tagen die wichtige Unterstützung bei etwa 12.750 verteidigen würden. Ansonsten wird der DAX mit hoher Wahrscheinlichkeit das Tief aus dem vergangenen August bei etwa 11.900 testen.
Aber trotzdem noch einmal zur Erinnerung: während der fulminanten Hausse der vergangenen 9 Jahre haben wir einige harte Rückschläge erlebt und mehr als einmal wurde der Aufschwung für beendet erklärt – nur um dann erneut wie Phönix aus der Asche zu steigen.
Gründe für steigende und fallende Kurse werden Sie in den Medien immer finden, diesmal sind es die steigenden Zinsen, die den Aktienmarkt teuer erscheinen lassen. Ob die Zinsen aber jetzt wirklich weiter ansteigen, ist keine Gesetzmäßigkeit. Immerhin taumeln die meisten Staaten am Rande der Zahlungsunfähigkeit und die Notenbanken werden daher ihre Kreativität nicht aufgeben. Warnschüsse am Aktienmarkt sind daher sogar willkommen um der Blasenbildung vorzubeugen.
Daher bin ich in den vergangenen Tagen im Premiumbrief und auch in der Vermögensverwaltung in Deckung gegangen und habe Positionen abgebaut. Auf diese Weise bleiben wir handlungsfähig und können die Chancen wahrnehmen, die ich bereits in einigen Tagen erwarte.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und einen „kühlen Kopf“ für den Start in die kommende spannende Börsenwoche.

Ihr Klaus Buhl

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