Politische Börsen haben kurze Beine – wirklich?

“Politische Börsen haben kurze Beine” – gilt das auch aktuell?


Bestimmt habt Ihr das Sprichwort schon einmal gehört. Dieses Motto wird auch heute oft zitiert. Doch trifft es wirklich zu?

Ich interpretiere den Slogan jedoch in Abhängigkeit der Nachhaltigkeit der Konsequenzen, welche sich aus der jeweiligen politischen Entwicklung ergeben. Oft sind diese in den Medien übersteigert dargestellt, doch im aktuellen Krieg um die Ukraine reden wir über ein paar “schwere Brocken”.

Grob gesagt lassen sich diese in drei große Kategorien aufteilen:

* rein makroökonomische Konsequenzen als Folgen bestehender Maßnahmen
* Unsicherheiten über noch kommende (politische) Maßnahmen
* Völlig unvorhergesehene Entwicklungen

Rein makroäkonomische Konsequenzen, die sich aus den bereits verabschiedeten Maßnahmen ergeben, gibt es bereits. Seien es die Sanktionen gegen die russische Zentralbank, die massiven Sanktionen aus dem Westen gegen zahlreiche russische Unternehmen und die damit ausbleibenden Erlöse und Lieferungen (meist Rohstoffe).

Weitere Unsicherheiten, die politisch noch im Raum stehen, sind die Möglichkeit, von Russland keine Energielieferungen mehr zu erhalten. Ich will hier nicht bewerten, was das für z.B. für die deutsche Wirtschaft bedeuten würde.

Und über die dritte Kategorie (“völlig unvorhergesehene Entwicklungen”) hingegen möchte ich fast schon gar nicht nachdenken, wenn man bedenkt, wie noch vor kurzem die Mehrheit der Marktbeobachter klar davon ausging, dass Putin “nur etwas die Säbel rasseln” lassen würde (ich gehöre dazu). Ich möchte hier daher ein positives Beispiel anführen, z.B. plötzliche Friedensverhandlungen, mit denen die Märkte so nicht gerechnet hatten.

Die Krux an allen diesen Punkten? Sie verändern sich sehr schnell, gelegentlich sogar im Stundentakt. Wir haben es mit einer sehr dynamischen Situation zu tun. Und vor diesem Hintergrund müssen wir alle Investments betrachten.

Premium-Börsenbrief
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Was bedeutet das konkret?
Insgesamt müssen wir weiterhin mit sehr hohen Schwankungen (Volatilität) der Märkte rechnen.

Aber ganz wichtig: Märkte erholen sich fast immer genau dann, wenn die Stimmung sehr schlecht und alles Negative eingepreist ist. Deshalb ist es nicht sinnvoll, an hektischen Tagen aus dem Markt zu fliehen.

Übrigens sind Rezessionsjahre an der Börse gute Jahre. Denn dann blicken die Anleger nach vorne, z.B. auf die Geschenke der Regierungen und Notenbanken.

Herzliche Grüße von Eurem fairen Anlageberater

Klaus Buhl

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