Ist ein Schuldenerlass in Italien eine Gefahr für die Finanzmärkte?

(Quelle: Pixabay)

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

Normalerweise haben Koalitionspapiere von Parteien nicht das Zeug, eine Währung wie den Euro zu erschüttern. Doch gerade hat ein eben solches Papier aus Italien genug Brisanz entwickelt, um die Finanzmärkte in Unruhe zu stürzen. Was ist passiert? Die beiden Parteien Lega Nord und Fünf Sterne, die sich momentan in schwierigen Verhandlungen über die Bildung einer Regierung in Italien befinden, haben dort die Forderung nach einem Staatsschuldenerlass für Italien thematisiert. Dabei geht es um eine erheblich Summe, nämlich Ausstände in Höhe von etwa 250 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass der Wert von Aktien und Anleihen aus Italien bei Bekanntwerden der Forderung nachgab. An der Mailänder Börse dank der Leitindex FTSE MIB der um 2,58 Prozent auf 23.671 Punkte, was dem größten Kursverlust seit Anfang Februar entspricht. Bankaktien gehörten dabei zu den größten Verlierern.

Auch die Devisenmärkte reagierten verstimmt und ließen den Euro gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Dezember 2017 fallen. Am Mittwoch notierte der Euro nur noch bei 1,1767 Dollar. Diese Entwicklung wird maßgeblich von institutionellen Investoren beeinflusst. Doch auch private Anleger, die sich für ein Investment in Devisen interessieren, können von der Entwicklung inzwischen dank des Internets sehr viel leichter profitieren und aktiv am Handel teilnehmen. Alles, was sie dazu benötigen ist ein Account bei einem Onlinebroker wie Weiss Finance, wo sie neben Aktien, Fonds, Anleihen oder Rohstoffen auch in Währungen investieren können. All dies geschieht mit wenigen Klicks und quasi in Echtzeit, was angesichts der sich rasch auf und ab bewegenden Kurse insbesondere bei Devisen und Aktien von entscheidender Bedeutung ist.

Die euroskeptische Forderung der Parteien löste bei Finanzexperten neben Unruhe auch Verwunderung aus. So sprach der italienische Ökonom Carlo Cottarelli von einem „derart unrealistischen Vorschlag, dass ich mich frage, wieso er überhaupt schwarz auf weiß niedergeschrieben werden konnte.“ Aus taktischer und populistischer Sicht hat der Schritt jedoch durchaus Potential, Anhänger zu finden. Schließlich liegt der Schuldenstand Italiens bei über 130 Prozent der Wirtschaftsleistung, was nach Griechenland dem zweithöchste Wert in der Eurozone entspricht. Alle finanziellen Verpflichtungen auf einmal loszuwerden; welcher Schuldner hätte das nicht gern?

Dass Analysten und Investoren als Folge der Ankündigung die Kreditwürdigkeit Italiens nun deutlich schlechter einschätzen als die von ehemaligen Krisenstaaten wie Spanien oder Portugal, setzt dem Selbstverständnis der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone schwer zu. Doch zur Zeit ist überhaupt nicht sicher, ob und wie die umstrittene Forderung Eingang in einen Koalitionsvertrag findet – wenn dieser überhaupt zustande kommt.

Allerdings reichen angesichts der angespannten geopolitischen Lage schon kleine Meldungen, um an den Aktienmärkten Unruhe auszulösen. An den deutschen Börsen und ihrem Leitindex DAX machte die Reaktion vor allem Aktien von Banken zu schaffen. So gaben die Commerzbank mit 5 Prozent und die Deutsche Bank mit 3 Prozent überproportional nach. Kein Wunder, löst jegliche Diskussion um einen Schuldenerlass doch die Angst vor hohen Abschreibungen der Banken auf ihre Kredite aus. Zudem könnten derartige Forderungen aus Italien rasch von anderen Staaten mit ähnlicher Verschuldung aufgegriffen werden, was speziell den Euro und die Wirtschaft der Eurozone generell schädigen dürfte. Die Aussage allein hat wohl nicht die Kraft, die Finanzmärkte länger zu erschüttern. Wenn diese Forderung jedoch in anderen Staaten Schule macht, könnte es die Eurozone allerdings deutlich schwerer treffen.

Viel Erfolg mit Ihren Anlagen
Ihr Klaus Buhl

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