BLOGBEITRAG

Fokus auf Energieaktien

Vor zwei Wochen stellte ich Ihnen bereits an dieser Stelle einen spannenden Sektor vor: Goldminen. Heute bleiben wir im Rohstoff-Segment, allerdings werfen wir einen Blick auf den Ölsektor, der wegen der CO 2 und Klimaproblematik nicht für alle Anleger und Anlegerinnen in Frage kommt.
Dennoch sprechen wir heute über Öl-Förderung und vor allem Öl-Service-Unternehmen.

Ordnen wir die Situation einmal ein: Im Oktober 2020 setzte der Sektor bis zum Jahr 2024 zu einer Rallye an, die bei vielen Unternehmen zu mehr als einer Verdreifachung führte. Sie können dies nachfolgend im Ölservice-Sektor ETF (OIH), einem bekannten Korb zahlreicher Aktien aus dem Segment, erkennen:

Abbildung: Langfristige Entwicklung des Ölservice-Sektor ETFs (Quelle: Stockcharts.com)

Nach dem starken Anstieg (nach Corona, hier bewusst als Candle-Stick-Chart dargestellt), setzte der Sektor zu einer Konsolidierung an, die mehrere Jahre seitwärts verlief. Inzwischen sind die Kurse zum Ausbruchsniveau zurückgekehrt. Eine Ursache hierfür waren unter anderem die Rezessionssorgen in den USA sowie der damit befürchtete einhergehende Nachfrageverlust bei Öl. Doch hinter diesem scheinbar durchaus plausiblen Szenario, tun sich derzeit ganz andere Dinge, die viele Anleger bisher kaum beachten.

Die US-Ölproduktion kommt nicht mehr mit!

Denn die Nachfrage nach Öl mag zwar zurzeit ein wenig niedriger sein als in Phasen starken globalen Wachstums. Dennoch gibt es auf Angebotsseite in den USA zunehmend Schwierigkeiten, die Förderraten weiter zu erhöhen:

Im größten US-Ölfeld, dem Permian-Becken in Texas/New Mexico, zeichnet sich ein Abflachen der Förderkurve ab. Dort lag die Produktion 2024 bei etwa 6,3 Mio. Barrel pro Tag (bpd), rund die Hälfte der US-Ölproduktion. Für 2025 erwartet die US-Energiebehörde EIA nur noch ein Plus von rund 300.000 bpd, deutlich weniger als im Vorjahr. Dies ist bedeutend, denn hier liegt das Potenzial der USA auf Nachfrageschwankungen am Ölmarkt effektiv zu reagieren.

Allerdings sagen Branchenvertreter nun, das zukünftige Wachstum werde merklich moderater ausfallen: Chevron etwa erreichte 2024 Rekordmengen und rechnet dennoch nur mit einem 9–10 %-Zuwachs in den nächsten Jahren. Der Grund hierfür ist, dass viele hochproduktive Lagerstätten bereits ausgebeutet sind und zusätzliche Bohrungen immer mehr Wasser und Gas fördern, was die Kosten in die Höhe treibt.

Experten warnen daher, die Permian-Ölförderung nähere sich zunehmend dem Maximum. So glaubt auch Occidental-CEO Vicki Hollub, die US-Ölproduktion werde bis etwa 2027–2030 ihren Höchststand erreichen. Insgesamt deuten diese Faktoren auf einen künftigen „Förderhöhepunkt“ im Permian hin: Die Phase grenzenlosen Wachstums ist vermutlich vorbei. Und das wird deutliche Spuren für die USA hinterlassen.

Der CEO von Diamondback Energy spricht es aus: Wendepunkt in Sicht

Der Chef von Diamondback Energy, Travis Stice, warnte erst kürzlich ganz offen vor einem Wendepunkt und ging damit sogar noch einen Schritt weiter. In einem Aktionärsbrief stellte er fest, dass man sich „an einem Kipppunkt für die US-Ölproduktion“ bei den aktuellen Preisen befinde.

Wegen der vielen Aktivitätskürzungen, so Stice, „hat die US-Onshore-Ölproduktion wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht und wird ab diesem Quartal zurückgehen”. Er betonte, dass niedrige Ölpreise und wirtschaftliche Unsicherheiten „die US-Energieversorgung in Gefahr“ bringen.

Wirtschaftlich bedeutet eine sinkende heimische Ölförderung zunächst, dass die USA womöglich mehr Öl importieren müssen oder in der Zukunft höhere Preise dulden. Geopolitisch könnte eine geringere Produktion die Bedeutung ausländischer Lieferanten erhöhen und damit die strategische Abhängigkeit vergrößern. Im Schlusswort seiner Mitteilung warnte Stice: Dieser Rückgang „wird spürbare Auswirkungen auf unsere Branche und unser Land“ haben.
Für Anleger heißt das: wir müssen das US-Ölangebot genau im Blick behalten und überlegen, wie sich ein geringeres heimisches Angebot auswirken könnte.

Folgen für die Offshore-Ölunternehmen

Fällt die Onshore-Förderung, gewinnt die Offshore-Ölindustrie (Tiefsee und Kontinentalschelf) an Bedeutung. Weltweit steigt das Interesse an neuen Offshore-Bohrungen: Laut Analysten der Energiebranche erlebt das Offshore-Segment derzeit den „stärksten Zuwachs seit einem Jahrzehnt“. Große Ölkonzerne wie Exxon, TotalEnergies oder APA bohren daher vermehrt in Übersee (z.B. Guyana, Surinam). Dies schafft für Bohrschiff-Anbieter und Dienstleister eine Chance. So meldete Noble Corporation für Q1/2025 ein Auftragsvolumen (Backlog) von rund 7,5 Mrd. USD, Transocean immerhin 7,9 Mrd. USD. Solche Auftragsbücher deuten auf anstehende Bohraktivitäten hin.

Auch Ölfeld-Dienstleister profitieren: Schlumberger (SLB) und Halliburton etwa liefern die Technik und Services für Bohrungen. SLB rechnet global mit etwa 20 % mehr Ausgaben für Offshore-Exploration im laufenden Jahr.
Baker-Hughes-Analysten stellen fest, dass internationale und Offshore-Aktivität derzeit stärker wachsen als die nordamerikanische. Sollte das Permian-Wachstum schwächer werden, könnte ein Teil des Investments ins Offshore-Geschäft fließen. Davon könnten jene Unternehmen profitieren, die eine starke Offshore-Präsenz haben (z.B. Transocean, Noble) oder als Dienstleister (SLB, Halliburton) international aufgestellt sind.

Noch ist es zu früh für Schnellschüsse

Ich verfolge den Energiesektor derzeit genau und erkenne in der beschriebenen Entwicklung auch Investitionschancen. Allerdings rate ich hier von „Schnellschüssen“ ab, da viele der Unternehmen starke Spezialisierungen aufweisen und bestimmte Nischen bedienen. Nicht jede Aktie wird hiervon profitieren, manche davon aber umso mehr.

Wenn das Produktionswachstum im Permian tatsächlich abflacht, dürfte die Offshore-Öl- und Gasproduktion wichtiger werden. Firmen mit hoher Offshore-Ausrichtung könnten deshalb zukünftig wieder stärker im Fokus der Kapitalmärkte stehen.
Und genau hier werden wir auch im Libra Premium-Börsenbrief aktiv werden, sobald die von mir beobachteten Chancen reif für den Einstieg sind. Ich beobachte die Situation bereits jetzt mit höchster Aufmerksamkeit für Sie.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Investitionen und alles Gute.

Ihr Klaus Buhl

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Bild von Klaus Buhl

Klaus Buhl

Mein Name ist Klaus Buhl und ich habe das Investmentgeschäft „von der Pike auf“ gelernt. Vor einigen Jahren wurde mir klar, dass „die Märkte“ nicht so funktionieren wie es uns die Finanzindustrie und die Massenmedien vorgaukeln. Mir wurde klar, daß die allermeisten Kunden mehr als nur eine clevere Strategie und guten Service erwarten neben Fairness und Loyalität - echte Unabhängigkeit sowie vollständige Transparenz der Produkte und Kosten. Deshalb habe ich vor einigen Jahren meine eigene GmbH gegründet und veröffentliche wöchentlich meinen Gratis Börsenbrief

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