Der innere Markt gibt ab

Konjunkturzyklus

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr an der Börse bleibt spannend.
Aus der Euphorie heraus ging es mit dem “Corona Crash” hart nach unten. Dann folgte eine größere Erholungsrallye, welche viele Aktien zurück auf ein fast schon absurd hoch bewertetes Niveau brachte.

Doch inzwischen scheint sich die Entwicklung vielerorts “festgefahren” zu haben. Grund genug für uns, einmal genauer hinzusehen, was uns die nächsten Wochen und Monate erwarten könnte.
Eine freundliche Woche liegt hinter uns. Die wichtigsten Leitindizes an den Märkten legten etwas zu. Im S&P 500 ging es weiter vorwärts.
Der innere Markt verhielt sich hingegen weiterhin schwach und mahnt zur Vorsicht.

Sehen wir uns zunächst den S&P 500 als weltweit wichtigsten Aktienindex näher an.

Hier sehen Sie relativ schnell die von mir im Editorial angesprochene Situation. Der amerikanische Leitindex hängt unter einer erstzunehmenden Widerstandslinie und hat Momentum verloren. Gerade aus solchen Situationen kann sich ein “Überrollen” des Marktes nach unten entwickeln, was dann zu weiter schwächeren Kursen führt.

In Stein gemeißelt ist dies natürlich noch nicht – denn gute Neuigkeiten könnten auch zu einem weiteren Bruch nach oben führen. Und auch zeigen sich einige Tech-Werte am US-Aktienmarkt noch relativ stark.

Glaubt man jedoch dem internen Markt, sieht es nur auf den ersten Blick gut aus. Denn steigende Kurse sind gewöhnlich begleitet von einer sehr niedrigen Volatilität. Mit anderen Worten, wer glaubt, dass Kurse steigen, hat am Markt keine Angst.

Doch der Volatilitätsindex des NASDAQ ist auf einem weiterhin deutlich erhöhten Level. Der Index scheint einfach nicht sinken zu wollen. Und das bei einem Feiergrund und neuen Allzeithochs? Eine gesunde Entwicklung sieht anders aus!

Ein ähnliches Verhalten ist dabei übrigens auch im VIX, dem Volatilitätsindex des S&P 500 zu betrachten. Auch hier haben wir mit 27.29 einen klar erhöhten Stand.

 Doch die Marktteilnehmer sind offenbar nicht nur besorgt. Sondern sie setzten diese Besorgnis bereits in Fakten um. Denn ein Blick auf den NYSE BP Index zeigt einen klaren klaren Rückgang der Marktbreite.

Und das ist definitiv kein gutes Zeichen. Denn wie Sie als regelmäßige Leser dieses Blogs icher wissen, zeigt der NYSE BP Index das Verhältnis aller an der New Yorker Börse NYSE gelisteten Aktien mit Point & Figure Kaufsignal und allen gelisteten NYSE Aktien.

Will heißen, wir sprechen hier nicht über kurzfristige Preisfluktuationen, sondern über Veränderungen im Point & Figure – Chart. Und diese treten eben erst nach einer gewissen Stärke von Bewegungen auf (vgl. 3-Box-Reversal-Regel). Und wenn wir dann einen Wochenrückgang von -5,94% im NYSE BP Index sehen, ist das sicher nicht bullisch. Erst recht nicht, wenn der Index, so wie aktuell, im Zustand “Bärenalarm” steht.

Aktueller P&F-Chart des NYSE BP Index
Abbildung: Aktueller P&F-Chart des NYSE BP Index (Quelle: www.stockcharts.com)

Auch sehen Sie im obigen Chart relativ klar, dass die Abwärtsbewegung im Index noch nicht beendet zu sein scheint. Wir sind noch immer am unteren Ende der O-Säule. Für den breiten Markt ist dies sicher nicht bullisch.
Im nächsten Artikel sehen wir uns daher an, wie Sie mit der aktuellen Marktlage optimal umgehen können.  

  Strategie: So gehen Sie mit der  Marktlage am besten um    

  Es gibt Phasen an den Märkten, in denen liegt es auf der Hand, was zu tun ist. Sie haben ein klares Profil und entweder ist “Offensive” die Losung der Stunde oder eben “Defensive”.

Es sind jedoch Phasen wie aktuell, in denen viele Anleger Fehler machen, die sie später viel Geld kosten. Denn nicht immer ist das Bild an den Börsen klar.

Die aktuelle Lage etwa zeigt klar, dass sich der innere Markt abschwächt. Die Sorge der Marktteilnehmer blieb die ganze Rallye über hoch. Charttechnisch stehen wir im wichtigsten US-Leitindex, dem S&P 500, an einem ernstzunehmenden Widerstand.

Was ist also zu tun?

Zunächst einmal muss Ihnen klar sein, dass es keinen “Zwang” gibt, dass sich der Markt auf eine gewisse Weise entwickeln “muss”, nur weil vielleicht etwas so bereits einmal in der Vergangenheit geschehen ist. Auch ist nicht gesagt, wann der Markt sich entscheiden wird. Ob die Entscheidung plötzlich kommt oder langsam. Ob der Markt weiter erodiert oder dank guter Virus-Neuigkeiten wieder Stärke gewinnt.

Sie müssen also mit der im Markt befindlichen Unsicherheit optimal umgehen. Es ist in Ordnung zu akzeptieren, dass niemand gewisse Dinge mit vollständiger Sicherheit prognostizieren kann. Der Gewinner unterscheidet sich vom Verlierer lediglich darin, wie er mit dieser Situation umgeht.

Ich für meinen Teil würde Ihnen das folgende Vorgehen im Moment nahelegen:

Investieren Sie auf keinen Fall all Ihre Mittel und jagen Sie keine Kurse.

Wenn ein Wert in Ihrem Depot zu schnell zu steil angestiegen ist (trifft momentan auf viele Tech-Werte zu), erwägen Sie Gewinnmitnahmen oder zumindest teilweise Gewinnmitnahmen auf die Position, um im Falle eines Rückschlages nicht wieder alles abzugeben.

Achten Sie sehr genau, in welchen Sektoren Sie positioniert sind. Viele von der Corona-Krise getroffene Branchen werden noch länger brauchen, bis sie wieder auf den Beinen stehen. Setzen Sie daher nicht alles auf Kreuzfahrt-, Tourismus- und Fluglinienaktien. Hierbei handelt es sich lediglich um langfristige Turnaround-Spekulationen. Das größte tatsächliche Wachstum sehen wir noch immer unter anderem im Bereich Healthcare und Digitalisierung.

Darüber hinaus empfehle ich Ihnen in Ihrer Geldanlage eine klare Diversifizierung. Investieren Sie nicht nur im Aktienmarkt, sondern haben Sie auch ein Auge auf alternative Investments, wie z.B. Immobilien in ausgewählter Lage.

Wenn Sie jedoch tiefer in den Aktienmarkt eintauchen und sehen möchten, welche Aktien ich momentan zum Kauf empfehle, dann empfehle ich Ihnen meinen Libra Premium Börsenbrief.

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  Interner Markt: Was ist das eigentlich genau?      

Zum Abschluss der heutigen Ausgabe möchte ich noch kurz auf eine Frage eingehen, die ich immer wieder lese.

Und zwar werde ich immer mal wieder gefragt, was ich eigentlich unter dem Begriff “interner Markt” verstehe.

Hierzu meine Antwort:
Klassische Leitindizes an der Börse bilden in der Regel nur einen kleinen Teil der Aktienmärkte ab. Der DAX etwa zeigt die Entwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktien. Der S&P 500 stellt die Entwicklung der wichtigsten 500 US-Aktien dar.

Weltweit gibt es jedoch zehntausende von Papieren, so dass es eine Vielzahl an Aktien gibt, die von derartigen Leitindizes überhaupt nicht berücksichtigt wird. Dennoch wird genau vom “Aktienmarkt” gesprochen in so manch einem Marktkommentar, wenn eigentlich nur der entsprechende Leitindex des Aktienmarktes gemeint ist.

Hierdurch kommt es zwangsläufig zu Verzerrungen in der Darstellungen. Beispielsweise können die 30 größten deutschen Aktien steigen, während die Mehrheit des Marktes, die vielleicht nicht im DAX erfasst ist, eher fällt. In diesem Fall hätten wir steigende Leitindizes. Allerdings hätten Anleger, die eben die schwachen Aktien im Depot liegen haben, trotzdem Verluste. Bei ihnen würden die Dinge also nicht mehr “zusammenpassen”.

Aus diesem Grund wurde schon vor Jahrzehnten begonnen, Überlegungen anzustellen, die mehr in die Breite gehen. Das konkrete Ergebnis davon waren Indikatoren, welche die gesamte Marktbreite betrachten und zuverlässig auswerten. Einer der bekanntesten davon ist der New York Stock Exchange Bullisch Prozent Index (kurz: NYSE BPI), den ich heute ja auch selbst in der Analyse nutzte.

Über die Jahrzehnte habe ich das Indikatorenwerk des internen Marktes absolut zu schätzen gelernt und für mich weiterentwickelt und perfektioniert.

Ich möchte auch Ihnen anraten, keine Anlageentscheidung mehr ohne einen klaren Blick auf den internen Markt durchzuführen. Ihre Erfolgsquote wird damit einfach deutlich höher!

Was das genau bedeutet, stelle ich Ihnen gerne ganz konkret in meinem Premium Börsenbrief vor.

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