DAX 30 weiterhin unter der 200-Tage-Linie

DAX 30 weiter unterhalb der 200-Tage-Linie – und nun?

Seit Wochenanfang handeln wir unterhalb der wichtigen gleitenden Durchschnittslinie, die aber immerhin noch ansteigt. Ist dies eine sich selbst erfüllende Prophezeiung? Der P & F Chart des DAX 30 handelt immerhin unterhalb der Unterstützungsgeraden und auf einem Verkaufssignal. Auch die Hochzinsanleihen und der innere Markt deuten darauf, dass die defensive Mannschaft auf dem Feld bleiben sollte.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

aus verschiedenen Gründen war der gestrige Handelstag wirklich spannend. Nicht nur, weil der DAX 30 und andere wichtige Indizes jetzt deutlich unter den wichtigen 200 –Tage- Linie notieren. Sehr interessant war die Reaktion der Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung der Notenbank am 29. Juli. Es wurde deutlich, dass eine Zinserhöhung im September noch längst keine abgemachte Sache ist. Zu schwächlich erscheint einigen stimmberechtigten Mitgliedern der Konjunktur-Motor der US- Wirtschaft und andere beschrieben bereits vor drei Wochen die Unsicherheiten, die von einer Schwächung der chinesischen Wirtschaft ausgehen.

Kein Wunder, dass die Märkte prompt reagierten, der US- Dollar sich gegenüber dem Euro befestigte und sich die Aktienindizes deutlich von ihren Tagestiefs absetzten. Ich bin gespannt, ob diese Reaktion ausreicht, den DAX 30 wieder über die 200-Tage-Linie zu schieben.

Kurz will ich noch einmal auf die Tatsache zurückkommen, dass der DAX 30 zu Wochenbeginn unter seine viel beachtete 200 Tage Linie gesaust ist. Diese gleitende Durchschnittslinie ist unbestritten wichtig – vor allem da sie eine sehr große Aufmerksamkeit in den Medien genießt. Doch trotzdem ist dieses Ereignis noch längst kein Indiz dafür, dass der deutsche Aktienmarkt nun ohne größere Gegenwehr in eine Baisse übergeht. ”

Schon alleine weil die 200- Tage- Linie als trendfolgender Indikator in Seitwärtsmärkten Fehlsignale provoziert und sich leicht zu einer „Selbsterfüllenden Prophezeiung“ entwickelt, sollten wir sie mit Vorsicht genießen. Umgekehrt wird die 200- Tage- Linie aber zu einem sehr guten Indikator, wenn der DAX 30 kurz darunter taucht, dann aber das tiefere Niveau ablehnt und mutige Käufer ihr Engagement erhöhen.

Derzeit taumelt die wichtige amerikanische Leitbörse seit etwa einem Jahr seitwärts. Dies ist meiner Meinung nach ein Hinweis darauf, dass auch der DAX 30 jetzt nicht zwangsläufig nach unten wegkippt, sondern wir uns in einer Phase befinden, in der mit Fehlsignalen bei trendfolgenden Indikatoren zu rechnen ist. Möglicherweise wirkt sich das Thema  „China“ ganz einfach nur wegen der dünnen Umsätze in der Sommerzeit so stark aus.

DAX 30 mit neuem Verkaufssignal

Obwohl man auf diesem Chart nicht die oben angesprochene 200- Tage- Linie sehen kann, finde ich ihn wegen seiner Klarheit sehr hilfreich. Schnell erkennt man, dass der DAX kürzlich ein neues Verkaufssignal gebildet hat, als er das Niveau der vorhergehenden 0-Spalte unterschritten hat. In diesem Zusammenhang tauchte er auch unter die noch recht junge Unterstützungsgerade, was natürlich negativ zu werten ist. Verkaufssignale haben nun eine größere Bedeutung als oberhalb davon.

DAX_34Interessant ist aber, dass wir uns heute bereits mit sehr stabilen Unterstützung bei etwa 10.700 Punkten kämpfen. Hier erwarte ich eine sehr wichtige Vorentscheidung. Sollten wir heute signifikant unterhalb von 10.7000 Punkte schließen, wird es eng für die Käufer und wir könnten noch eine Etage weiter rutschen.

Da das fundamentale Umfeld meiner Meinung nach viel besser ist als die heute sehr trübe Stimmung, würde ich mich über eine positive Überraschung und Bestätigung der wichtigen Unterstützung nicht wundern. Dann würden wir im Seitwärtstrends verbleiben und hätten wenigstens eine realistische Chance gegen Jahresende wieder die Oberseite dieser Bewegung bei etwa 11.850 Punkten zu testen.

Bitte beachten Sie meinen Gratis-Börsenbrief, der Ihnen die Hintergründe der P & F Charts erklärt.

Viel Erfolg mit Ihren Investitionen und sommerliche Grüße aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

 

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