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DAX 30: doch noch eine Weihnachtrallye?

DAX 30: doch  noch eine Weihnachtrallye?

Liebe Leserinnen und Leser,

fast schon etwas überraschend befinden wir uns inmitten einer spannenden Handelswoche. Sah es nach dem überraschend positiven US-Arbeitsmarktbericht und dem anschließenden Hoch im DAX 30 bei etwa 10.080 Punkten nach einem Durchmarsch für die Bullen aus, wurden deren Hörner gestern ordentlich gestutzt. Die in den Medien genannten Argumente verlagerten sich schnell von den bekannten Zinsängsten hin zu den drastisch fallenden Energiepreisen. Plötzlich wurden nur noch die damit verbundenen Risiken gesehen und nicht mehr die Vorteile des billigen Schmierstoffs für die Wirtschaft. Jedenfalls kamen die Kurse gestern in den USA mächtig unter Druck. Angeführt vom strauchelnden Energiesektor betrugen die Verluste bis zu 3 %. Daher stellt sich nun natürlich die Frage, ob die Weihnachtsrallye vielleicht schon hinter uns liegt, oder ob wir doch noch entsprechend der für den Aktienmarkt günstigen Jahreszeit die runde Marke von 10.000 Punkten im DAX 30 zurückerobern?

Der innere Markt signalisiert kurzfristige Abflüsse

Ausgelöst durch den gestrigen Kursrutsch ist natürlich gerade heute ein Blick auf den inneren Markt interessant, der ihnen eine völlig andere Perspektive auf das Geschehen bietet. Diesbezüglich waren übrigens die gestrigen Gewinnmitnahmen nicht besonders überraschend. Schon in den vergangenen Tagen zeigte sich, dass eine zunehmende Anzahl von Aktien mit der 50- Tage- Linie ihre wichtigste Unterstützung verliert und vom Angebot gelenkt wird.

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation der in den USA gehandelten Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50- Tage- Linie handeln. Oberhalb von 70 % beginnt die obere extreme Zone.

 Der innere Markt

Im rechten Bereich der Grafik erkennen Sie, dass alleine gestern 13 % der in den USA gehandelten Aktien unter ihrer wichtige 50 Tage Linie gerutscht sind. Vor allem wegen der Schwäche der Rohstoffaktien und der Goldminen erreichte dieser Indikator während der starken Erholung bei weitem nicht das hohe Niveau des Sommers, als er bei etwa 80 % notierte. Die Marktbreite ist also heute geringer als damals und weniger Aktien nehmen an der Aufwärtsbewegung Teil. Da sich die aktuelle 0-Spalte von oben kommend unter die kritische Marke von 70 % geschoben hat, ist dies mindestens als kurzfristiges Warnsignal zu verstehen. Da wir heute bei etwa 50 % noch längst nicht im unteren Bereich notieren, könnte sich der Verkaufsdruck noch eine Weile fortsetzen. Die Gründe dafür würden uns die Medien dann wie gewohnt noch liefern.

Auch wenn dies nur eine Beschreibung des heutigen Zustands und keine Prognose für die Zukunft sein kann, ist die Grafik sehr aussagekräftig und gibt Ihnen eine völlig andere Perspektive des Marktgeschehens. Immerhin sehen sie klar und deutlich, dass jetzt Kapital abfließt und dass die potentielle Fallhöhe noch relativ hoch ist.

Vola zieht wieder an

Eine bewährte Methode, um die „Coolness“ der Anleger darzustellen, ist die Schwankung der Kurse.  Steigt die Volatilität, fallen die Kurse gewöhnlich und die Anleger denken vermehrt über Gewinnmitnahmen nach. Verstärkt sich dann die Bereitschaft die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen, wird die Ausgangstüre eng und die Volatilität als das Angstbarometer der Börse schießt nach oben.

Der innere Markt

Lange Zeit handelten wir hier auf tiefem Niveau. Nun aber steigt die Volatilität erstmals seit Wochen wieder und deutet auf die steigende Nervosität der Anleger. Alleine gestern sprang die Vola um 25 % nach oben und knackte dabei auch die wichtige 50- und auch die 200-Tage-Linie. Auch die Markttechnik in Form des MACD und des RSI zieht wieder deutlich an und unterstreicht die Warnung an das Bullenlager. Vertraut man der Volatilität als Angstbarometer gibt es also heute keinen Grund, jetzt Positionen zu verstärken.

Chipwerte bleiben gelassen

Viel entspannter zeigen sich nach wie vor die sehr konjunkturempfindlichen Aktien der Chiphersteller. So lange hier das Kaufsignal der P & F Technik intakt ist, sollte man sich als besonnener Anleger nicht zu viele Gedanken machen oder gar voreilig aus Positionen treiben lassen. Denn natürlich neigt die launische „Miss Börse“ dazu, möglichst viele Anleger auf dem falschen Fuß zu erwischen. Der folgende Sektor- Chart der „Semis“ deutet zumindest an, dass jetzt die hart gesottenen Anleger mit allen Mitteln versuchen, die nervösen Anleger aus dem Markt zu treiben um selber günstig einsteigen zu können, bevor die Weihnachtsrallye beginnt. Jedenfalls verteidigt der sehr wichtige und zyklische Index der Chip-Hersteller eindeutig sein Kaufsignal der P & F Technik.

Semi_50

Wie Sie am gelassenen P & F Chart gut erkennen können, ist der Aufwärtstrend eindeutig intakt. Erst kürzlich im November wurde die negative Widerstandslinie geknackt und damit ein Ausrufezeichen gesetzt. Das neue Hoch des Sektors  bei 655 Punkten mit dem mehrfachem Kaufsignal war danach nur noch eine Frage der Zeit. Diese Region sollte sich nun als sehr tragfähiger Boden erweisen, dessen Test auch keine Überraschung wäre.

Besonders große Sorgen um die Risikotragfähigkeit der Anleger sollten wir uns demnach heute nicht machen. Auch wenn sich in den vergangenen beiden Tagen eine negative 0-Spalte gebildet hat, die zumindest kurzfristig das Überangebot zeigt, ist eine gewisse Ruhepause nach der Aufholjagd wirklich kein Beinbruch.

Da der einige wichtige Indikatoren zumindest kurzfristig in verschiedene Richtungen zeigen, stellt sich dem besonnenen Anleger natürlich die Frage, wie am sinnvollsten vorzugehen sei. Meiner Meinung nach sollten Sie ganz einfach den Markt entscheiden lassen und die gesetzten Stopps konsequent beachten.

Bitte beachten Sie auch meinen Gratis-Börsenbrief und mein Gratis E-Book, welches die Philosophie des inneren Marktes erklärt.

Ihr Klaus Buhl

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Klaus Buhl

Mein Name ist Klaus Buhl und ich habe das Investmentgeschäft „von der Pike auf“ gelernt. Vor einigen Jahren wurde mir klar, dass „die Märkte“ nicht so funktionieren wie es uns die Finanzindustrie und die Massenmedien vorgaukeln. Mir wurde klar, daß die allermeisten Kunden mehr als nur eine clevere Strategie und guten Service erwarten neben Fairness und Loyalität - echte Unabhängigkeit sowie vollständige Transparenz der Produkte und Kosten. Deshalb habe ich vor einigen Jahren meine eigene GmbH gegründet und veröffentliche wöchentlich meinen Gratis Börsenbrief

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