Darum ist der DAX so schlapp

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

Heute will ich ein Thema beleuchten, welches mich schon seit einigen Jahren in verschiedenen Facetten beschäftigt: die Schwäche des DAX gegenber den US-Indizes.

Die auch in den vergangenen Wochen schwächere Performance des DAX gegenüber Dow Jones, Nasdaq und S & P 500 ist leider keine Ausnahme. Bereits seit fast genau drei Jahren ist der DAX schwächer als der S & P 500, wie Ihnen die folgende Grafik zeigt. Und die Gründe dafür sind übrigens nicht nur in der phantastischen Performance von Amazon, Apple, Netflix und Tesla zu sehen, sondern sehr vielfältig. Vor allem haben wir in Deutschland ein strukturelles Problem.


DAX seit drei Jahren relativ schwach gegen den breiten US-Markt

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die relative Schwäche des DAX gegen den breiten S & P 500 Index im Verlauf der vergangenen fünf Jahre.


Regelmässig werde ich danach von Kunden und Lesern befragt und häufig habe ich bereits selber darüber nachgedacht. Die Fragestellung: warum performen deutsche Aktien so eklatant schlechter als US-Aktien und die meisten anderen ausländischen Dividendenpapiere?

Oft wird diese Frage mit den schlechteren ungünstigeren deutschen Kapitalmarktbedingungen begründet. Oder einfach mit der allseits bekannten Tatsache, dass wir Deutschen unser Geld viel lieber auf dem Girokonto, dem Sparbuch oder im Mantel einer teuren Lebensversicherung parken anstatt in renditestarke Aktien zu investieren. Dabei kann man doch jeden Tag irgendwo lesen, dass Sachwerte wie Aktien Geldwerte locker schlagen.
Obwohl die deutschen unstrittig absolute Aktienmuffel sind, ist auch dies nicht der Grund, warum deutsche Aktien langfristig schlechtere Performance abliefern als amerikanische.

Was aber könnte die Ursache sein?
Meiner Meinung nach sind deutsche Firmen leider sehr häufig nicht genügend gewinnorientiert. Vielmehr geben sich sogar vermeintliche Top- Unternehmen wie Volkswagen oder Siemens damit ab, Umsatz-Spitzenreiter zu sein. Denken Sie einfach nur mal an den jahrelangen Kampf zwischen Volkswagen und Toyota um den globalen Spitzenplatz in der Autoindustrie. Dabei ging es nur darum, wer die meisten Autos herstellt und der größte Autoproduzent ist. Aber um die Profitabilität, um die Stärke von Massagen, egal ob vor- oder nach Steuern, darum hat sich in der Öffentlichkeit niemand gekümmert. Dies wiederum liegt daran, dass man bei uns in Deutschland nur ungern über Gewinne und Geld redet. Doch dabei müsste es genau umgekehrt sein. Denn eine Firma, die keine Gewinne schreibt, hat keinen (eigenen) Spielraum um zu investieren und zu expandieren.
Aber es kommt noch schlimmer: eine Gesellschaft, die keine Finanzmittel erwirtschaftet kann keine Rücklagen bilden und ist in der nächsten Krise akut vom Konkurs bedroht. Dann kann sie Ihre sicherlich aufgetürmten Schulden nicht zurückbezahlen und reißt andere unschuldige mit in den Konkurs.

Ebenfalls kann eine Firma ohne Gewinne weder neue Mitarbeiter anheuern noch die bestehenden ordentlich bezahlen. Genau dies aber wollen wir doch alle, gesunde und expandierende Firmen, die Mitarbeiter einstellen und ordentlich bezahlen. Ebenfalls natürlich Unternehmen, die Steuern entrichten, genau wie deren Angestellte. Nur dann nämlich ist der Staat in der Lage, uns eine gute Infrastruktur zu bieten und überhaupt ein Sozialstaat zu sein.
Genau deshalb ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass Unternehmen Gewinne machen. Darin sehe ich nichts verwerfliches oder schlechtes – es ist sogar genau umgekehrt.

Falls Sie Fragen zum Text haben oder Kontakt mit mir aufnehmen wollen, worüber ich mich sehr freuen würde: klaus.buhl@lbra-invst.de

Mit herzlichen Grüßen von Ihrem fairen Vermögensberater und Porfolio-Coach,

Ihr Klaus Buhl

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