Aktienanlage: keine offensichtlichen Annahmen treffen

Wenn ich Sie direkt fragen würde, was Ihrer Meinung nach der größte Fehler ist, den Sie aktuell bei der Geldanlage machen können, was wäre Ihre Antwort?

Ich habe genau diese Frage kürzlich im Bekanntenkreis gestellt und erhielt zahlreiche verschiedene Vorschläge, doch die wirklich gefährliche Fehlerquelle, die momentan an den Märkten lauert, wurde dabei nicht benannt. Und das war Grund genug für mich, Ihnen heute hierzu etwas mehr mitzuteilen. Dabei möchte ich das Fazit vorwegnehmen und den Beleg dann im Anschluss direkt liefern:

In meinen Augen ist der größte Fehler, den Sie in Phasen großer Unklarheiten wie momentan machen können, dass Sie Annahmen treffen, die Ihnen “selbstverständlich” erscheinen, und die Sie deshalb gar nicht hinterfragen.

Das können die verschiedensten Annahmen sein und sicherlich hängt das auch ein wenig von der jeweiligen Person ab. Mancher Anleger mag glauben, dass mit einer Waffenruhe auch die Probleme, die sich aus der Ukraine-Situation ergeben, wieder in den Hintergrund treten werden, da er eine optimistische Grundhaltung hat. Andere Anleger spekulieren vielleicht völlig weiter und denken zehn Schritte voraus, sehen vielleicht gar das Ende der Dollar-Hegemonie, ohne zu bedenken, dass jeden Tag unerwartete Entwicklungen eintreten können, welche die getroffenen Annahmen auf einen Schlag ausradieren.

Und genau das ist auch das Problem. Denn letztlich handelt die Börse ja die Zukunft. Will heißen, wir müssen als Anleger die Zukunft bestmöglich “vorhersehen” und uns dann dementsprechend positionieren. Doch je unklarer und potentiell überraschender eine Situation ist, desto größer ist die Gefahr bei Prognosen (und damit darauf aufbauenden Investments) daneben zu greifen.

Daher möchte ich Ihnen hier eine trivial klingende, aber unheilich mächtige Lösung vorschlagen:

Handeln Sie nur das, was Sie auch im Markt bestätigt sehen.Doch was genau meine ich damit? Ich möchte Ihnen dies anhand meines Ansatzes des inneren Marktes verdeutlichen.

Was der innere Markt uns Anlegern sagt (und was nicht…)

Dabei lässt es sich ganz bodenständig beginnen. Die Medien etwa berichteten die vergangenen zwei Wochen von einer “Erholung”, da der der S&P 500 und der DAX wieder recht deutlich zulegen konnten. Das klingt so, als sei das Schlimmste jetzt vorbei und der “Krieg eingepreist”.

Doch was bedeutet das genau? Was “sehen” wir im Markt wirklich? Wir wollen der Sache näher auf den Grund gehen, denn das Bild ist durchaus differenziert.

Weitaus interessanter ist da schon ein Blick auf die Marktbreite, hier in kurzfristiger Form des 50-Tage-Indikators. Wie Sie hier sehen können, sind rund 57% aller an der New Yorker Börse gehandelten Aktien über ihrer 50-Tage-Linie. Das zeigt einerseits eine gewisse Stabilität, lässt aber andererseits auch noch Platz nach oben, denn überkauft sind wir in diesem Indikator erst ab Ständen jenseits der 70 Punkte. Auch wurde die rote Abwärtstrendlinie gebrochen, was ebenfalls bullisch zu interpretieren ist.

Abbildung: P&F-Chart des 50-Tage-Indikators (Quelle: stockcharts.com)

Ein weiteres bullisches Signal zeigt sich dabei im Rückgang der Volatilität im S&P 500. Hier sehen Sie dank des Point & Figure-Charts sehr deutlich, dass der VIX tatsächlich seinen Aufwärtstrend, der seit mehreren Monaten bestand, gebrochen hat. Gerade Point & Figure-Charts schaffen bei sehr volatilen Preisdaten eine Klarheit, die viele andere Chartformen vermissen lassen, weshalb ich diese sehr gezielt in meinem Handelsansatz einsetze.

Abbildung: P&F-Chart des VIX (Quelle: stockcharts.com)

An dieser Stelle könnte man nun natürlich schon zu vorschnellen Schlüssen gelangen und die Situation als bullisch einstufen. Doch auch hier zeigt eine differenzierte Analyse des inneren Marktes ein klareres Bild.

Denn mittelfristig ist in der Marktbreite die Trendwende noch nicht(!) klar vollzogen. Zwar sehen wir hier durchaus Ansätze, doch falsche Ausbrüche über die fallende rote Trendlinie gab es bereits in der Vergangenheit.

Abbildung: P&F-Chart des NYSE BP Index (Quelle: stockcharts.com)

Hinzu kommt, dass wir regional ein sehr unterschiedliches Chartbild haben, wie etwa ein Vergleich des S&P 500 mit dem DAX zeigt. Nachfolgend können Sie klar erkennen, dass der Markt davon ausgeht, dass deutsche Unternehmen weitaus schlechter laufen dürften als US-Aktien. Der DAX ist noch nicht einmal über irgendeinen Widerstand zurückgeklettert. Weder die 50-Tage-Linie noch die 200-Tage-Linie wurden zurückerobert. Stattdessen ist der Trend abwärts, was natürlich damit zu tun hat, dass die deutsche Wirtschaft vom Ukrainekrieg deutlich härter getroffen wird als die US-Unternehmen.

Abbildung: Tageschart des DAX (Quelle: stockcharts.com)

Diese Analysen vertiefe ich natürlich in meinem Kapitalanlageprozess noch deutlich weiter. Dabei analysiere ich nicht nur verschiedene Länder, sondern eben auch Sektoren, Industriegruppen und deren relative Stärke zueinander.

Investieren will ich nur dort, wo meine fundamentale Prognose auch tatsächlich durch die Entwicklung im inneren Markt (also nicht nur in einem Preischart eines Unternehmens, sondern stets in sehr großen Datensätzen hinweg aggreggiert) bestätigt wird.

Diesen Prozess habe ich über die Jahre hin perfektioniert und bin so in der komfortablen Lage, stets den Markt “lesen” zu können und keine überhasteten oder auf falschen Annahmen basierenden Entscheidungen treffen zu müssen.

Natürlich kann ich dabei auch falsch liegen. Das ist ganz normal und gehört zum Geschäft. Dennoch können Sie mit dem Prozess des inneren Markets früh und deutlich erkennen, wenn sich etwas in die falsche Richtung bewegt. Evtl. Verluste, die hieraus entstehen, sind damit meist so klein, dass sie durch Gewinner-Positionen mehr als aufgewogen werden.

Sie möchten diese Anlageform einmal selbst näher kennenlernen? Dann schauen Sie doch einfach einmal risikofrei in meine drei Depots, die ich aktiv manage. Diese finden Sie – völlig transparent – im Libra Premiumbrief. Oder vielleicht möchten Sie auch einfach nur dabei sein und von meinen beiden jüngsten Empfehlungen der vergangenen Woche profitieren? Dann stoßen Sie jetzt zu uns dazu, im Libra Premium Börsenbrief – ganz transparent und ohne Risiken.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Investitionen und alles Gute. Zögern Sie nicht, falls Sie Fragen an mich haben.

Ihr fairer Anlageexperte

Klaus Buhl

PS:
Im Premium Börsenbrief und dort vor allem im Powerdepot werden wir unsere Positionen stetig an die stärksten Sektoren anpassen. So haben Sie einerseits eine gesunde Mischung, andererseits sind Sie aber auch immer dort investiert, wo gerade die “Musik spielt”. Denn es ist fast nie Zufall, wenn bestimmte Aktien stärker als andere sind.

Auch für meinen Service der Anlageberatung ist die Philosphie des inneren Marktes sehr effektiv


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