Liebe Anlegerinnen und Anleger,

heute trübt sich die Stimmung an den europäischen Börsen deutlich ein.
Die ohnehin sehr zaghafte Erholung der vergangenen Tage steht jetzt auf dem Prüfstand.
Der DAX z.B. schaffte es nicht, von unten kommend sein zentrales Widerstandsniveau bei etwa 12.500 Punkten zu überwinden.
Verantwortlich für die Schwäche ist der Zinsanstieg auf beiden Seiten des Atlantiks, die Renditen steigen also wieder.
Durch die langsam steigenden Renditen von Anleihen werden umgekehrt Aktien weniger attraktiv. Möglicherweise werden sich also die ganz zittrigen Anleger, die nur mit der Faust in der Tasche überhaupt Aktien kaufen und sich am Rentenmarkt viel wohler fühlen, demnächst wieder langsam ihre Aktienbestände reduzieren.
Dies jedenfalls ist die heutige Denkweise, die sich allerdings in drei Tagen schon wieder vollkommen verändern kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die steigenden Zinsen im Euroraum die europäische Währung stärken und die Exporte verteuern – insgesamt also kräftiger Gegenwind für uns Aktionäre.

Angeheizt wird der Stimmungswandel am Rentenmarkt von der Befürchtung, dass die EZB ihre Wertpapierkäufe demnächst reduzieren könnte.
Diese Ansicht verstärkt der Chef der französischen Notenbank, der heute erklärt, dass die außergewöhnlich lockere Geldpolitik der EZB nicht für die Ewigkeit gemacht ist.

Euro-Bund-Future knickt ein

Der Euro-Bund-Future oder kurz Bund-Future ist ein standardisierter Terminkontrakt auf eine idealtypische langfristige Schuldverschreibung mit 8-jähriger Laufzeit der Bundesrepublik.
Die folgende Grafik zeigt Ihnen den aktuellen Stimmungswechsel.

Die Zinsen steigenKein Wunder, dass sich die Aktienkurse bewegen und die Nervosität zunimmt. Die Dynamik am Rentenmarkt ist wirklich außergewöhnlich. Binnen vier Handelstagen wurde praktisch die gesamte (Handels) Bandbreite des Deutschen Rentenbarometer seit dem vergangenen November durchschritten.
Nun kommt es darauf an, dass das Jahrestief bei etwa 160 verteidigt wird. Sollte dies nicht gelingen, steigt das Risiko auf der anderen Seite, dass der DAX unterhalb sein wichtiges Unterstützungsniveau bei knapp 12.000 Punkten fällt.

Das stärkste Argument gegen einen weiteren schnellen Zinsanstieg ist die nach wie vor geringe Inflationsrate. Diese fiel zuletzt wieder leicht in Europa und den USA und liegt weiterhin unter dem angestrebten Zielbereich der Notenbanken von 2 %. Sollte die Inflationsrate weiter fallen – oder sich sogar wieder Deflationsangst breitmachen – werden die Notenbanken schon bald ihre Geldpolitik eher wieder lockern als straffen. Und dies wiederum würde den Aktienmarkt weiter anheizen. Noch ist es also viel zu früh in Panik zu verfallen – aber es schadet sicherlich nicht, jetzt in den Sommermonaten die Aktienquote etwas zu reduzieren. Genau dies habe ich in den vergangenen Tagen bereits in der Vermögensverwaltung und auch im Premiumbrief gemacht.

Irgendwo ist immer ein Bullenmarkt: Commerzbank

hier sehen Sie die tolle Entwicklung der Commerzbank, die entgegen aller Vorbehalte gegenüber den Banken das Kunststück fertig gebracht hat, über das wichtige Zwischenhoch aus dem Herbst 2015 bei etwa 10,50 € zu steigen.
Verantwortlich dafür ist ein straffes Restrukturierungsprogramm, die Verkleinerung des Filialnetzes, allgemeine Kosteneinsparungen – und insbesondere der oben beschriebenen Zinsanstieg bzw. die Aussicht auf ein Ende der extremen Geldpolitik. Bekanntlich ist die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken der größte Margen-Killer der Banken. Und diese extreme Geldpolitik nähert sich allmählich Ihrem Ende zu, obwohl die Inflation nach wie vor nicht richtig steigen will. Die Banken jedenfalls und insbesondere die Commerzbank profitieren bereits heute von den steigenden Zinsen, wie die folgende Grafik zeigt.

CommerzbankDer Kursverlauf erinnert an eine mustergültige Bodenbildung. Noch interessanter ist die Aktie, falls wir in den kommenden Tagen eine Konsolidierung und einen positiven Test des alten Widerstands bei knapp 10 Euro erleben würden. Obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass uns die Aktie diesen Gefallen tut.
Sollte die Stimmung in den kommenden Wochen nicht total kippen, dann gehe ich davon aus, dass wir in einigen Monaten die Region zwischen 13 und 14 € testen werden – auch wenn dieses Kursziel heute etwas utopisch klingt.
Außerdem wird die Aktie noch durch Spekulationen beflügelt, dass der berüchtigte Hedgefonds Cerberus bei der Commerzbank einsteigt und den Vorstand zukünftig noch stärker antreiben wird. Der Entwicklung des Aktienkurses wird dies natürlich nicht schaden. Übrigens hat die Aktie seit dem Jahresbeginn um etwa 50 % zugelegt, der europäische Bankensektor nur um 10 %. Das nenne ich relative Stärke. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Commerzbank aufgrund von Rückstellungen für Abfindungen nach wie vor keine Gewinne schreibt, sich aber der Gewinnzone schnell annähert.

Hier können Sie sich informieren, wie ich den kommenden Tagen und Wochen im Premiumbrief reagieren und die Liquidität einsetzen werde.
Aus ähnlichen Gründen steigt nun in den volatilen Sommermonaten auch für Sie die Attraktivität ein Depot bei Metzler im Rahmen der Anlageberatung zu eröffnen. In der Anlageberatung berate ich Sie übrigens nur wie ein Coach, die finalen Entscheidungen treffen Sie selber.
Auch in der Vermögensverwaltung erleben wir im Sommer häufig gute Start-Zeitpunkte und Investment-Chancen.
Zögern Sie nicht, Ihre Fragen an mich zu stellen. (z.B. klaus.buhl@libra-invest.de)

Viel Erfolg und herzliche Grüße von Ihrem fairen Berater

Klaus Buhl