Liebe Investoren,

die alten Hasen unter Ihnen (oder die sehr erfahrenen Anleger) durften sich in den vergangenen Monaten wie auf einer Zeitreise fühlen - zurückversetzt in das verrückte Aktienjahr 1987.
Damals stiegen die Kurse an der Wall Street, wie an einer Schnur gezogen, zunächst um etwa ein Drittel, konsolidierten dann sehr kurz - nur um dann binnen zwei Tagen um ein Drittel abzustürzen.

Als Grund für das Kursmassaker wurden damals meist die kontinuierlich steigenden Zinsen genannt.
Ich glaube nicht daran, dass sich die Geschichte wiederholt, aber an der Börse „reimt“ sie sich häufig, da sich die Emotionen der Menschen nicht verändern.
In den vergangenen Wochen haben immer mehr Anleger und Medien festgestellt, dass wir uns allmählich in einer Übertreibungsphase befinden. Dies ist bekanntlich der lukrativste Abschnitt eines Bullenmarktes - aber leider auch der gefährlichste. Nur ganz kurz zur Erinnerung, falls es Sie interessiert, werde ich in einer getrennten Ausgabe darauf zurückkommen.
Ein Aktienmarkt-Zyklus beginnt mit einer mehr oder weniger schwierigen Bodenbildungsphase, dann steigen die Kurse vorsichtig unter relativ großer Skepsis der Medien und unterbrochen von kleineren Konsolidierungen oder Korrekturen. Dann jedoch wird der Anstiegswinkel immer steiler und mündet in einer mehr oder weniger euphorischen Übertreibungsphase.
Dieser kann natürlich sehr lukrativ für uns Anleger sein, aber natürlich nur, wenn man rechtzeitig den Ausstieg findet. Dies ist natürlich kein Kinderspiel und gelingt nur wenigen Anlegern, obwohl es grundsätzlich meist einige gute Hinweise auf eine langsam beginnende Umverteilungsphase gibt.

Achtung Zinsanstieg

in den vergangenen Tagen haben die zweijährigen und die fünfjährigen US- Staatsanleihen wichtige charttechnische Marken bzw. mehrjährige Hochs übersprungen. Dadurch wird der fundamentale Bewertungs-spielraum für Aktien eingeengt (über den Diskontierung Faktor).
Dividendenpapiere werden teurer und relativ betrachtet weniger interessant als Rentenpapiere.
Außerdem steigt die Rendite von Anleihen und lässt diese allmählich zu einer Konkurrenz für Aktien werden. Dies ist die große Parallele zum berühmten Crash-Jahr 1987.

Damit will ich noch längst nicht behaupten, dass die aktuelle Übertreibungsphase am Aktienmarkt jetzt beendet ist, ich glaube sogar, dass die Reise noch ein wenig weiter nach oben geht.
Aber vorher werden vermutlich einige ängstliche Anleger noch abgeschüttelt und aus ihren Positionen verdrängt.

Kurzfristiger Risikoindikator funkt SOS

Die folgende Grafik zeigt den von mir häufig hier gezeigten 50- Tage- Indikator.
Dieser zeigt Ihnen die Relation derjenigen Aktien im S & P 500 Index, die oberhalb ihrer 50- Tage- Linie notieren. Wie Sie sehen, notiert dieser Risikoindikator ungewöhnlich weit oben in der überkauften Zone bei etwa 77 %.
Vor kurzem notierten noch knapp 85 % der im Index enthaltenen Titel oberhalb der wichtigen 50- Tage- Linie und wurden insofern ganz eindeutig von der Nachfrage gelenkt.
Seither verliert eine spürbare Anzahl von Aktien (daher die aktuelle 0-Spalte ganz rechts) ihre wichtige 50-Tage-Linie. Seit einigen Tagen wächst also die Anzahl der Aktien, die vom Angebot gelenkt werden.

Einerseits deutet eine hohe Marktbeteiligung auf die Überlegenheit der Bullen.
Auf der anderen Seite aber zeigt Ihnen die Grafik, dass die gegenwärtige Überhitzung nicht alltäglich ist. Börsen haben die Eigenschaft, ungewöhnliche Marktzustände irgendwann wieder zu verlassen und die Normalität zu suchen. Auch diesmal wird das so sein und dann werden wir eine mehr oder weniger unangenehme Konsolidierung erleben.
Schlimmstenfalls sogar das Ende des Bullenmarktes, was ich aber im Augenblick noch nicht erwarte.
Gestern habe ich übrigens im Premium Brief und in der Vermögensverwaltung im Einklang mit den zyklischen Mustern des „Inneren Marktes“ Positionen abgebaut, Gewinne mitgenommen und die Risiken reduziert.

Aber Achtung, ohne Glaskugel kann das kein Mensch beurteilen, bisher ist der Rückschlag jedenfalls sehr moderat und auch der wichtige übergeordnete Risikoindikator NYSE Bullish Percent deutet nach wie vor auf die Seite der Käufer.
Übrigens bleibt auch die von mir sehr geschätzte Börsensoftware Prediqma bislang konsequent auf der Kaufseite des Marktes. Es lohnst sich wirklich, sich hier darüber zu informieren und nicht länger auf Ihr subjektives „Bauchgefühl“ zu horchen.

P.S: hier können Sie meinen systematischen aber dennoch persönlichen und konkreten Börsenbrief abonnieren http://libra-invest.de/premium-boersenbrief.
Selbstverständlich ohne finanziellen Risiken wegen Ihres 14-tägigen Rückgaberechts.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr fairer Berater Klaus Buhl