So erkennen Sie die Bodenbildung am Aktienmarkt

Jetzt mischen sich die ungünstigen Nachrichten und Ängste um dem Handelskrieg mit der saisonal ungünstigen Zeit für Aktien.
Die Stimmung der Anleger könnte so schlecht sein, dass eine deutliche Gegenbewegung unmittelbar bevorsteht.
Daher lautet heute die berüchtigte „Millionen Euro Frage“, ob jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist um die persönliche Aktienquote zu erhöhen.

Doch wie erkennt man das Sentiment der Investoren wirklich objektiv?
Bekanntlich gibt es einige beliebte Sentiment-Indikatoren, für die die verschiedenen Gruppen von Anlegern befragt werden.
Meiner Meinung nach ist der Nutzen dieser Umfragen für den deutschen Aktienmarkt aber mindestens zweifelhaft. Ich persönlich spare mir sogar die Zeit, derartige Umfragen zu lesen. Warum?
Weil wir deutschen leider ein Volk von Sparern und nicht von Investoren sind.
Die meisten deutschen Aktiengesellschaften gehören daher mehrheitlich ausländischen Aktionären und Gesellschaften. Daher macht es wenig Sinn, hier in Deutschland Umfragen zu starten, es wird die verkehrte Zielgruppe befragt.

Der einzige belastbare Indikator für die Stimmung der Marktteilnehmer ist der Volatilitätsindex (VIX) der Chicago Board Options Exchange (CBOE). Dieser Index bezieht sich auf den wichtigen US- Aktienindex S & P 500 und drückt die Schwankung des Aktienmarktes aus, die die Marktteilnehmer erwarten.
Deshalb wird er auch gerne als Angst oder gar Panik-Barometer bezeichnet.
Der VIX wird in Prozent notiert und ähnelt der Standardabweichung. Bekanntlich sind Optionen ein wichtiges Mittel, um sich gegen Kursverluste abzusichern.
Wenn die Kurse stärker schwanken als üblich und der Stress der Aktionäre zunimmt, bewegt sich dieser Indikator nach oben. Dies geschieht, da der VIX auf Optionen basiert und die erwartete Kursschwankung ein wichtiger Einflussfaktor auf den Preis einer Option ist. Schließlich steigt der Bedarf sich abzusichern bei größeren Kursschwankungen und nicht in ruhigen Marktphasen.
Vor allem aber steigt das Risiko für den Verkäufer einer Option (in die Pflicht genommen zu werden) bei großen Schwankungen, wofür er natürlich bezahlt werden will.
Zwischenfazit: Investoren sind bereit einen höheren Preis für Optionen zur Absicherung zu bezahlen, wenn sie nervös und ängstlich sind.
Je höher die Preise für Optionen klettern, desto größer ist die Angst der Anleger. Deshalb wird der VIX von mir gerne als Angstbarometer bezeichnet.

Was sagt der VIX heute?
Die meiste Zeit pendelt der VIX auf einem Niveau von etwa 15. Den tiefsten Stand hat er 1994 bei knapp 10 erreicht, den absolut höchsten während der Finanzkrise im Oktober 2008 bei etwa 90 Prozent.
Einige Anleger versuchen bei einem steigenden VIX ihre Aktienquote zu reduzieren, doch meiner Meinung funktioniert das nicht besonders gut und skalierbar.
Viel Erfolg versprechender ist es, auf einen „Peak“ im VIX zu spekulieren oder besser abzuwarten, bis dieser „Hochdruck“ wieder abbaut.
Die Chance dafür ist für uns private Anleger recht günstig, da die Volatilität sehr viel schneller ansteigt als sie fällt. Richtig spannend wird es also erst dann, wenn die Volatilität deutlich abnimmt. Dann ist die Angst noch sehr hoch und die Medien spekulieren wie üblich über den nächsten Weltuntergang.
Dabei ist genau dies der Zeitpunkt, an dem wir aktiv werden und unsere Aktienquote erhöhen sollten. Wie üblich ist nämlich genau zu diesem Zeitpunkt der Tisch für uns reichlich gedeckt.

VIX sinkt schnell

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Verlauf des VIX in den vergangenen zwölf Monaten. Sehr deutlich erkennen Sie das zyklische Hoch des Angst-Barometers zum Jahresbeginn bei etwa 36.

 

 

 


Von dort zog sich der Indikator sehr schnell wieder zurück.
Genauso schnell stiegen hingegen die Kurse und die Nerven der Anleger beruhigten sich wieder. Die Medien und viele weniger gut informierte Anleger blieben jedoch skeptisch und trauten der Rallye nicht, verpassten die sehr gute Einstiegsgelegenheit.

Erst als der größte Teil der Rallye im Frühjahr vorüber war, vollzog der VIX Indikator eine Bodenbildung. Bereits kurze Zeit später, Anfang Mai, schoss der Indikator wieder in die Höhe, als der Handelsstreit erneut eskalierte.
Aber auch diesmal zog er sich schnell wieder zurück, obwohl die Stimmung sehr skeptisch blieb. Erst Anfang August, ausgelöst durch den nur zaghafte Zinsschritt der FED und weitere Drohungen des Präsidenten in Richtung China, sauste der Index wieder bis auf ein Niveau von 24 %. Genau dort scheint er nun aber erneut zu drehen und sich nach unten zu orientieren.
Sie sehen, die Chance ist gar nicht mal so schlecht, dass wir genau jetzt eine ordentliche Einstiegsgelegenheit für geduldige Anleger erleben.

Dies wäre übrigens typisch für die saisonal schwierigen Sommermonate, die bei uns Anleger keinen guten Ruf genießen – obwohl doch der Gewinn im günstigen Einkauf liegt.

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Viel Erfolg mit Ihren Investitionen wünscht Ihnen Ihr fairer Berater
Klaus Buhl

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