Ist Donald Trump wirklich schlauer als Warren Buffett?

Stark umkämpft ist aktuell in einigen wichtigen Indizes und auch im DAX die gleitende 50-Tage-Linie. Diese entspricht übrigens etwa dem Zeitraum eines Quartals, weshalb sich viele institutionelle Anleger, die sich gegenüber ihren Kunden verantworten müssen, an dieser orientieren.
Ich kenne sogar einige Fondsmanager, die sich niemals entgegen diesem Durchschnitt positionieren, also neuen Engagements bei einer fallenden 50-Tage-Linie eingehen. Trotzdem wird die kommende Woche wahrscheinlich schwächer beginnen, da die US-Indizes den Freitag schwach beendeten und damit zeigten, dass das Vertrauen der Anleger nicht sehr groß ist.  Problematisch ist auch, dass möglicherweise jetzt zum Quartalsende die Kurse von den institutionellen Investoren künstlich hochgehalten werden, um das Reporting für ihre Kunden etwas angenehmer zu gestalten. Diese Nachfrage würde dann in einigen Tagen wegfallen und die Kurse unter Druck setzen.

Beginnen wir unseren Überblick an der Nasdaq 100, die unter leichtem Druck steht.
Die Nasdaq sollten Sie immer im Blick behalten, da sie ein Indikator für den Risiko-Appetit der Anleger ist. Auch die dort notierten Schwergewichte sollten beachtet werden, da sie der Nasdaq und damit der weltweiten Tendenz häufig vorauseilen.
Am Freitag z.B. wirkte Facebook wie ein Bleiklotz, da die Boykott-Aufrufe einiger Verlage gegen Facebook immer mehr Gehör erhalten. Die mangelnde Bereitschaft Werbeanzeigen bei  FB zu plazieren, könnte natürlich den Gewinn schmmälern und die Aktie unter Druck bringen.


Abbildung: Aktueller P&F-Chart der Nasdaq 100 (Quelle: www.stockcharts.com) Wie Sie im obigen P&F-Chart sehen, befindet sich der Nasdaq 100 Index weiterhin in einem Aufwärtstrend. Nicht zu übersehen sind aber die kleineren Schönheitsfehler und kurzfristigen Bremsspuren im Chart, die sich in der vergangenen Woche verstärkt haben. Neue Hochs oberhalb von 10.300 Punkten sind aktuell kein Thema. Ganz im Gegenteil hat sich sogar ein kurzfrsitig relevantes Vekaufssignal gebildet, da die aktuelle negative 0-Spalte (ganz rechts) unter die vorhergehende 0-Achse gewandert ist. Der Druck der Verkäufer bei etwa 9.950 Punkten hat sich alo vergrößert. Aus irgendwelchen Gründen ist kurzfristig betrachtet das Angebot stärker als die Nachfrage. Die nächste potentiell gute Unterstützung befindet sich bereits am Februarhoch bei 9.700 und dann bei 9.500 Punkten.
Übergeordnet ist ein ernsthafter Angriff der Bären auf die positive Unterstützungsgerade noch längst kein Thema.  Auch der Innere Markt der Nasdaq zeigt deutliche Bremsspuren und die Bereitschaft der frühen Anleger, Gewinne mitunehmen und ein paar Chips vom Tisch zu nehmen.  

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Bullish Percent Index der Nasdaq 100, also die Relation derjenigen Indexmitglieder, die auf einem Kaufsignal der P & F Technik notieren.
Diese Aktien notieren oberhalb der wichtigsten Unterstützung der P % F Technik und werden insofern von der Nachfrage gelenkt. Je mehr Aktien von der Nachfrage bestimmt werden, desto stärker ist die Marktverfassung und desto unwahrscheinlicher sind plötzliche Rückschläge.
Im Augenblick werden 63 Indexmitglieder von der Nachfrage gelenkt – aber Achtung, die Tendenz sinkt und in den vergangenen Tagen hat sich die Anzahl derjenigen Aktien umgekehrt vergrößert, die ein Verkaufssignal gebildet haben.


Abbildung: Bullish Percent des Nasdaq 100 Index (Quelle: www.stockcharts.com)

Der Einfluss der Käufer verringert sich und der Druck der Verkäufer erhöht sich tendenziell.
Man könnte sagen, dass der Markt von innen her aufweicht. Bitte beachten Sie auch, dass wir die kritische Zone von 70 % unterschritten haben. Dies ist ein klassisches Warnsignal in der Philosophie des inneren Marktes, welches beachtet werden sollte, da tendenziell der innere Markt den äußeren Indizes voraus läuft.
Ungünstig ist ebenfalls, dass der Indikator ein Verkaufssignal der P & F Technik beschreibt, was in dieser Ausprägung als “Bear Confirmed” bezeichnet wird.
Selbstverständlich ist dies kein Crash-Signal oder ähnliches, soll uns aber dazu animieren, in der kommenden Woche vorsichtig zu sein. Die jüngste Schwächephase ist wahrscheinlich noch nicht beendet und entsprechend dieser Philosophie ist eine gewisse Vorsicht angebracht.
Sinnvoll könnte es jetzt sein, schwächere Titel auszutauschen oder sein Portfolio abzusichern. Übrigens hat auch der wichtigste Risikoindikator des inneren Marktes, der NYSE Bullish Percent Index in den vergangenen Tagen in eine negative Nullspalte gewechselt. Eine Poerion Vorsicht in der traditionell schwachen Sommerzeit schadet also nicht.

Waren die privaten Anleger schlauer als die Profis?


Bestimmt erinnern Sie sich noch gut daran, wie plötzlich Mitte März die Kurrse wie aus dem Nichts wieder in die Höhe schossen. Die meisten Beobachter reagierten total ungläubig und waren sich sicher, dass die Kurse demnächst von der Schwerkraft und den nach wie vor schlechten Nachrichten eingeholt werden. Besonders skeptisch waren natürlich diejenigen Anleger, die kaum investiert waren. Auch die meisten Profis glaubten an einen kurzen, heftigen und gewöhnlichen Short-Squeeze. Die Medien hatten sich sowieso auf der Verkaufsseite des Marktes festgefahren und zeigten sich zuerst wenig flexibel, dann aber zunehmend überheblich gegenüber dem Kursanstieg. Insgesamt erlebten wir also ein perfektes Setup für eine ordentliche Kursrallye.
Ungeklärt blieb zunächst, wer die Kurse mutwillig angeschoben hat. Schon bald häuften sich Berichte, dass vor allem in den USA, aber auch bei uns in Deutschland, sehr viele private Anleger Online-Depots eröffnet hätten. Z.B. Goldman Sachs streute solche Kommentare.
Falls das stimmt, hätten diesmal die privaten Anleger alles richtig gemacht ( bisher jedenfalls) und nicht wie angeblich sonst so häufig emotional entgegen dem Trend gehandelt.

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so stimmt. Immerhin fand die erste Gegenbewegung unter sehr hohem Handelsvolumen statt, es wurden also sehr viele Verkaufspositionen von den “Shorties” hektisch wieder eingedeckt. Dies deutet nicht unbedingt auf die privaten Anleger.
Natürlich ist es aber denkbar, dass die privaten dann schon sehr bald auf den Zug aufgesprungen sind und die Hausse angefacht haben. Die Überlegung dahinter könnte gewesen sein, dass die Kurse ja “nur” aufgrund eines Virus eingestürzt seien, welches bald wieder verschwindet. Die gesamte Problematik hat sich diesen Anlegern vielleicht zunächst gar nicht erst erschlossen. Ebenfalls das hohes Handelsrisiko, wegen dem die professionellen Investoren zunächst lange gezögert haben und einen großen Teil der Performance verpasst haben.

So könnte es zwar gewesen seien, ich halte die Geschichte aber für etwas konstruiert. Möglicherweise soll dadurch einfach nur eine Geschichte aufgebaut werden um zu erklären, warum viele institutionelle Investoren den Einstieg verschlafen und im vergangenen Quartal keine gute Figur gemacht haben. Ich gehe soagr davon aus, dass sehr viele Anleger ihre Lektion gelernt und erkannt haben, dass der Gewinn im Einkauf liegt und an den Börsen nur der als Gewinner vom Platz geht, der mutig Rückschläge für Investitionen nutzt.

W.Buffett, D. Trump und Delta Air


Insbesondere die Kreuzfahrt- Unternehmen, Anbieter von Freizeitparks wie Disney und die Casinobetreiber wie Wynn Ressorts standen jüngst wieder unter starkem Verkaufsdruck.
Direkt in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde der Streit um die Airine Aktien in der vergangenen Woche auch bei uns im Fall der Deutschen Lufthansa.

Sehr emotional war diese Auseinandersetzung aber in den USA. Bekanntlich hatte sich der legendäre Warren Buffet vor einigen Jahren, ganz im Gegenteil zu seiner vorherigen Angewohnheit bei einigen Luftfahrtgesellschaften eingekauft, insbesondere bei Delta Air. Als die Auswirkungen der Krise und der unglaubliche und noch längst nicht absehbare Kapitalbedarf der Branche immer deutlicher wurde, trennte sich Buffet mit hohem Verlust überraschend von seinen Beteiligungen. Aus der Vergangenheit sind wir es gewöhnt, dass Buffet antizyklisch handelt, nicht prozyklisch.
Die Irritation war also groß, ebenfalls die Häme, als sich Delta Air in den vergangenen Wochen plötzlich wieder erholte. Sogar Präsident Trump war sich nicht zu schade, öffentlich seine Schadenfreude zu bekunden.
Andere Kommentatoren spekulierten darüber, ob Buffet nun allmählich zu alt für die Branche sei.
Wie diese Auseinandersetzung ausgeht, ist natürlich noch längst nicht entschieden. Einerseits ist der Kapitalbedarf und die Unsicherheit in der Branche groß. Die sehr ungünstige Entwicklung bzw. die zögerliche Bekämpfung des Virus in den USA hat den Luftfahrtunternehmen bestimmt geschadet. Auf der anderen Seite aber kann man in den USA kaum auf das Flugzeug verzichten, viel weniger als im vergleichsweise kleinen Deutschland oder sogar in Europa.

Meiner Meinung nach ist Delta gut aufgestellt und hat in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich seine Kosten heruntergefahren. Daher ist diese Aktie einer meiner Favoriten im Sektor und innerhalb derjenigen Aktien, die sehr stark durch Corona heruntergeprügelt worden sind. Allerdings sollten sich hier nur risikobewusste Anleger engagieren.


Quelle: stockcharts.com
Wie Sie ehen, hat die Aktie etwa zwischen 18 und 20 USD eine bisher erfolgreiche Bodenbildung durchlaufen. Auf der anderen Seite bleibt die negative Widerstandslinie eindeutig intakt. Ja, sie wurde noch nicht einmal von den Bullen ernsthaft angegriffen, wodurch der Abwärtstrend bestehen bleibt.
Immerhin haben die Bullen im Juni mit der dynamischen aufsteigenden X – Achse ein deutliches Kaufsignal erzeugt. Dieses ist nach wie vor intakt, steht aber auf Messers Schneide.
Nach wie vor besteht also die Gefahr, dass die Region von 19 USD erneut getestet wird.

Es ist noch längst keine ausgemachte Sache, wer hier als Sieger vom Platz geht. Der vorsichtige Investor Warren Buffet oder der schadenfrohe und großmäulige Donald Trump.

Wegen der konstanten Unsicherheit an den Wertpapiermärkten empfehle ich stets, sich am inneren Markt und der jeweils vorherrschenden relativen Stärke zu orientieren.
Immerhin ist es unerheblich, warum die Kurse steigen oder fallen oder warum welche Sektoren von den großen Anlegern favorisiert werden. Für uns Anleger zählt nur das Ergebnis des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage.

Daran orientiere ich mich selbstverständlich auch im Premium Börsenbrief und seinen konkreten Musterdepots.  Klicken Sie einfach hier, um bereits in der kommenden Woche dabei zu sein.
Denn genau jetzt wird es wieder spannend zu beobachten, wie die Anleger auf die vermutlich sehr schwachen Quartalsergebnisse reagieren werden.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit ihren Investitionen und einen fröhlichen Tag.

Herzliche Grüße von ihrem faien Vermögensberater,

Klaus Buhl

PS: Es gibt es sowohl in Europa als auch in Deutschland spannende Unternehmen der Luftfahrtbranche, nicht nur die deutsche Lufthansa. Mit diesen können Sie mit geringeren  Risiken an der Erholung des Sektors teilhaben – im Vergleich zu Lufthana und Co.
Auch darüber berichte ich natürlich im Premium Börsenbrief.


 
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