Bankaktien in Europa und den USA – welche kaufen?

(Quelle:Pixabay)

Anleger wissen um die Wichtigkeit eines breit aufgestellten Portfolios. Neben dem Leitsatz, nicht alles in eine Sparte (Aktien, Immobilien, Anleihen etc.) zu investieren, gilt dies auch für eine gewisse Streuung im Aktiendepot. Neben Blue Chips aus Industrie und Pharma gehören dazu auch Papiere von Banken. An Letzteren hatten viele Anleger in letzter Zeit jedoch oft wenig Freude. Zu turbulent agierte die Börse, zu stark fielen die Aktien der europäischen Finanzkonzerne. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich noch immer viele Investoren vor Banken-Pleiten im Zuge der Euro-Krise fürchten.

In der Tat verläuft die Entwicklung von europäischen Titeln in 2017 im Vergleich zu US-Banken unterdurchschnittlich. Grund ist zum einen die Unsicherheit über die zukünftigen Auswirkungen des Brexits oder der Schuldenberge besonders der italienischen Finanzhäuser. Zum anderen sind es hausgemachte Probleme, wo als prominentestes Beispiel sicher die Deutsche Bank herhalten kann, bei der in den letzten Jahren Milliarden für Missmanagement und zur Zahlung von immer neuen Strafen draufgingen. Doch es gibt auch positive Anzeichen wie die robuste Konjunktur in Kerneuropa und eine Belebung der Konsumnachfrage in wichtigen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Von dieser Entwicklung können Banken profitieren, weshalb sie für Anleger verstärkt in den Fokus rücken dürften.

Die Investition lediglich in einen einzelnen Titel sollte jedoch auch von Experten überdacht werden. Wem die Zeit oder auch das nötige Knowhow fehlen, um die Chancen ausreichend zu bewerten zu, kann auf einen der zahlreichen branchenspezifischen Index-Fonds für Finanztitel setzen. Anleger mit besseren Kenntnissen vom Markt können per normaler Order oder auch im CFD Trading Bankaktien erwerben. Da sie hier lediglich virtuelle Rechte auf Werte zu einem festgelegten Zeitpunkt kaufen, sind beim CFD Handel bei kleinerer Investition höhere Gewinne (oder auch Verluste) möglich.  

US-Bankaktien stark gefragt

Seit dem Wahlsieg von Donald Trump gehören Finanztitel den USA zu den am stärksten nachgefragten Aktien. Das liegt vor allem an seiner Ankündigung, Restriktionen und gesetzliche Regelungen im Finanzsektor abzubauen und den Banken damit das Geschäft zu erleichtern. Ein weiterer Grund sind die angekündigten großen Infrastruktur-Projekte, an deren Finanzierung US-amerikanische Finanzhäuser maßgeblich beteiligt sein dürften. So ist es kein Wunder, dass die Aktien der betreffenden Unternehmen stark gestiegen sind. Auch die Gewinne der Firmen sprudeln wieder. Allein Goldman Sachs erzielte im ersten Quartal 2017 einen Überschuss von über zwei Milliarden Dollar. Die Aktie gehört seit dem Wahlsieg von Donald Trump im vergangenen Herbst zu den absoluten Börsenlieblingen. Von Anfang Oktober bis Anfang März ist der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 55 Prozent gestiegen. Das hohe Gewinne jedoch nicht unbedingt zu einem Kurssprung führen, musste das Unternehmen gerade erleben, denn der Gewinn von insgesamt 2,3 Milliarden Dollar führte nicht zu einem Anstieg des Kurses, sondern zu einem Absturz um fünf Prozent. Auf das letzte halbe Jahr berechnet ist diese Korrektur für einen Anleger, der zur rechten Zeit eingestiegen ist, allerdings locker zu verschmerzen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass Bankaktien aus den USA in 2017 ein lohnendes Investment darstellen. War ihre Performance im bisherigen Jahresverlauf bereits bedeutend besser als die ihrer Konkurrenten aus Europa, wird sich daran voraussichtlich nicht viel ändern. Auch die unterschiedliche Entwicklung der Zinsen in USA und Europa spricht dafür. Während die EZB weiterhin an ihrer Niedrigzinspolitik für die Eurozone festhält, steigen die Zinsen in den USA bereits seit einem Jahr wieder. Die letzte Erhöhung der US-Notenbank Fed Ende 2016 wird nicht die letzte gewesen sein, denn weitere Zinsschritte sind für das laufende Jahr bereits angekündigt. Ausschlaggebend dafür ist die deutlich positivere wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten. US-Banken können somit in einem prosperierenden wirtschaftlichen Umfeld und bei steigenden Zinsen gute Geschäfte machen, während ihre europäischen Konkurrenten in vielen Ländern unter einer schwächelnden Konjunktur, Nachwirkungen der Euro-Schuldenkrise und dem Null-Zinsniveau leiden. An der Entwicklung der Aktienkurse wird sich zeigen, wie unterschiedlich Investoren die mittelfristigen Aussichten einschätzen. Die Tendenz für die Gewinneraktien geht ganz klar in Richtung Westen.

 

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