Das Sentiment ist das Problem

Achtung, heute will das allgegenwärtige Thema Covid 19 nur in den nächsten beiden Sätzen streifen.
Warum? Erstens können Sie sich auf medizinischen Seiten darüber professioneller als von mir beraten lassen. Und zweitens vermute ich, dass sich der März Crash nicht derartig dramatisch wiederholen wird.

Warum? Weil die Investoren seit dem gestrigen Maßnahmenkatalog der Regierung wieder etwas mehr Sicherheit haben. Ein Lockdown-Light ist für uns Investoren viel besser als die Angst vor einem großen.
Daher würde ich mich nicht wundern, wenn wir in den nächsten Tagen bereits gute Einstiegsgelegenheiten erleben werden.

Abgesehen davon wiederholt sich die Geschichte an der Börse nur sehr selten, obwohl sie sich manchmal reimt. Die Profiteure der Krise wie Amazon & Co. werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Tiefs nicht mehr testen, da die Anleger dazugelernt haben.

Grundsätzlich bin ich kein großer Freund von Sentiment Technik. Jedenfalls nicht so, wie sie meistens praktiziert wird und in dem Anleger mehr oder weniger willkürlich befragt werden.

Sehr interessant finde ich aber die in den USA schon seit Jahrzehnten durchgeführten Umfragen im Lager der professionellen Investoren. Ursprünglich wurden diese durchgeführt, um gute Investmentgelegenheiten zu identifizieren. Die Motivation dahinter war natürlich, dass sich so viele gescheite Leute nicht täuschen können.
Aber selbstverständlich werden auch die Profis von den Emotionen Angst und Gier geleitet. Schnell stellte sich heraus, dass man mit diesen Umfragen keine guten Anlageergebnisse erzielen kann – sogar ganz im Gegenteil.
Im Grunde genommen ist der folgende Indikator daher so etwas wie ein Kontraindikator.
Je mehr vertrauen die Profis in den Markt hatten – und je stärker sie deswegen natürlich auch schon investiert waren – desto näher befanden sich die Börsen an einem Wendepunkt.
Und umgekehrt war es genauso, je größer der Pessimismus, desto näher war die Bodenbildung.

Die meiste Zeit verhält sich der Indikator und der Anteil der optimistischen Anleger im neutralen Bereich. So ist zum Beispiel ein Anteil von 40-50 % Optimisten kein Problem.
Unangenehm wird es aber, sobald das Lager der Optimisten 55 oder gar 60 % übersteigt.

Die folgende Grafik mit dem Verlauf des S & P 500 Index zeigt Ihnen das. Die Hochpunkte des Optimismus sind mit senkrechten bronzefarbenen Linien gekennzeichnet, die Höhepunkte des Pessimismus mit den grauen Balken, die nach unten weisen.

Quelle: Rowewealth

Wie Sie sehen, wird es regelmäßig gefährlich für uns private Anleger, wenn sich die Profis einig und sehr optimistisch sind. Und genau dies war in den letzten Wochen der Fall. 60 % der Berater waren zuversichtlich und entsprechend hoch investiert. Und prompt kommt es jetzt so, wie es immer kommt. Die Indizes scheinen in eine heftige Konsolidierung zu geraten, die wie ein reinigendes Gewitter wirkt und meiner Meinung nach überhaupt nicht schädlich ist.

Vielmehr ist eine Konsolidierung eine Aufforderung, das Risiko nicht zu überdehnen und immer wieder schwächere Aktien gegen stärkere aus festen auszutauschen. Jedenfalls wenn es fundamentale Gründe für die Schwäche einer Aktie und wenig Hoffnung auf Besserung gibt.

Viel Erfolg mit Ihren Investitionen

Ihr Klaus Buhl

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