Finanzaktien gehen durch die Decke

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

eine ruhige Handelswoche liegt hinter uns - in der sich still und leise eine seit drei Monaten nicht mehr erlebte Serie ereignet hat: der international führende US-Leitindex S & P 500 musste vier Verlusttage in Folge einstecken. Dies war die längste Verlustserie seit der Wahl des neuen US- Präsidenten Anfang November.

Kein Wunder, das nun viele Anleger ängstlich werden und überlegen, ob die bereits gekühlte Sektflasche vielleicht doch noch unberührt bleiben sollte? Immerhin hat der viel beachtete (und von mir nicht geschätzte) Dow Jones Index zuerst unter großer Anteilnahme der Medien die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten geknackt - und dann wieder verloren. Sehr behutsam und fast wie ein voll beladener Öltanker, der sich dem Hafen nähert, verlieren die globalen Indizes an Dynamik. Die „Millionen Dollar Frage“ lautet also mal wieder: beginnt nun die von vielen erwartete Konsolidierung - oder eben nicht, da zu viele Investoren darauf warten? Leider kann weder ich noch irgendein seriöser Berater Ihnen die Frage beantworten. Daher empfehle ich den inneren Markt und die relative Stärke der wichtigsten Anlageklassen zu beobachten. Per heute sind US- Aktien die stärkste Anlageklasse vor globalen Aktien, Rohstoffen und Renten. Dies deutet darauf, dass die Aktienmärkte übergeordnet von der Nachfrage gelenkt werden und die Bullen noch eine Weile am Ball bleiben. Obwohl kurzfristig viele Sektoren überhitzt sind und eine Konsolidierung unbedingt eingeplant werden sollte - aber langfristig sieht es gar nicht so schlecht aus für uns Anleger.

Was treibt die Kurse?

Grundsätzlich sollte man nicht hinterfragen, warum die Kurse steigen oder fallen. Heute werden die Bullen von einem Dekret beflügelt, welches der neue US -Präsident Trump in diesen Stunden unterzeichnen wird - und welches weltweit Kopfschütteln hervorruft: die Regulierung der Banken soll gemildert werden. Konkret wird ein Gesetz der Obama-Administration auf Eis gelegt (die sogenannte „Volcker-Rule), die den Banken die Spekulation auf eigene Rechnung verbietet. Von nun an könnte die Welt also wieder ein bisschen gefährlicher werden und das Risiko größer, dass demnächst erneut die Steuerzahler für die Verpflichtungen der Banken aufkommen müssen. Ich wage zu bezweifeln, ob dies im Sinne der Trump- Wähler ist. Aber auf der anderen Seite gilt der neue Finanzminister Mnuchin als ehemaliger Goldman-Sachs-Manager nicht als Freund der Regulierung. Die Wähler waren also nicht ahnungslos und wussten was sie taten.

Aber auch wichtige Reform-Programme werden gestoppt. Z. B. ein Gesetz, welches Finanzfirmen dazu verpflichtet, bei Altersvorsorge-Produkten im Sinne der Kunden zu handeln und nicht im Sinne der eigenen Gewinnmaximierung.

So etwas Verrücktes habe ich auf jeden Fall noch nicht gehört. Deswegen versichere ich Ihnen hier an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich, dass in meiner Anlageberatung und in der Vermögensverwaltung die Interesse von Ihnen, von meinen Kunden, ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Deshalb orientiere ich mich ganz eng an den Modellen der Honorarberatung, berechne keine Ausgabeaufschläge in den Wertpapiermodellen, setzte möglichst viele ETFs ein und bezahle Ihnen sogar - je nach Gebührenmodell - die versteckten Bestandsprovisionen zurück.

Finanz- und Bankaktien bleiben gefragt

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den wichtigen Sektor der US- Finanzaktien. Seit dem Ende der Finanzkrise befindet sich der Sektor in einem Aufwärtstrend. Die positive Unterstützungsgerade wurde noch nicht einmal ernsthaft getestet. Aber es gab eine mehr als zweijährige Seitwärtsphase, die erst durch den Wahlsieg von Trump nach oben hin aufgelöst wurde. Der lange dominierende Widerstand bei etwa 20 wurde quasi pulverisiert.

Finanzaktien sind fest

Alleine schon die Aussicht auf ein Ende der strengen Regulierung im Bank- und Finanzsektor und die dadurch potenziell stark steigenden Gewinne hat die Investoren elektrisiert.

Ob uns privaten Anlegern mit der Lockerung der Regulierung der Banken ein Gefallen getan wird, wage ich allerdings zu bezweifeln. Im Augenblick spricht einiges dafür, an der Party teilzunehmen und dabei stets den „Kater“ im Blick zu behalten, der einem nach einer Zecherei wieder einholt.

DAX –Anleger bleiben gelassen

In der nun hinter uns liegenden Woche, haben die US- Aktien etwas ausgeatmet und einer meiner kurzfristigen und systematischen Risikoindikatoren des inneren Marktes deutet auf eine bevorstehende Konsolidierung. Davon jedoch haben sich die deutschen Anleger nicht beeindrucken lassen, was Ihnen der gelassene P & F Chart des DAX deutlich zeigt. Noch nicht einmal ein kurzfristiges Verkaufssignal hat sich gebildet und alles deutet nach wie vor auf die Nachfrage als bestimmende Kraft.

DAX sehr fest

DAX sehr fest

Lediglich im rechten Bereich zeigen die Ihnen beiden kurzen 0- Spalten die Nervosität der Marktteilnehmer. Bisher war die Abgabebereitschaft aber zu gering um ein Verkaufssignal zu erzeugen. Im Sinne der P & F Technik besteht also noch kein Grund zur Sorge und der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt. Kritisch wird es erst, falls wir demnächst unter die Unterstützung bei 11.450 fallen sollten. Dann muss mit einem Test der Region von 10.800 oder sogar der aufsteigenden Trendgeraden gerechnet werden. Trotzdem empfiehlt es sich zur Ergänzung der Analyse die kurzfristigen Warnsignale des inneren Markt zu beachten.

Umgekehrt sehr positiv wird das Umfeld für die Bullen erst wieder, wenn das zyklische Hoch bei 11.850 überwunden wird.

So etwas Verrücktes habe ich auf jeden Fall noch nicht gehört. Deswegen versichere ich Ihnen hier an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich, dass in meiner Anlageberatung und in der Vermögensverwaltung die Interesse von Ihnen, von meinen Kunden, ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Deshalb orientiere ich mich ganz eng an den Modellen der Honorarberatung, berechne keine Ausgabeaufschläge in den Wertpapiermodellen, setzte möglichst viele ETFs ein und bezahle Ihnen sogar - je nach Gebührenmodell - die versteckten Bestandsprovisionen zurück

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Viel Erfolg mit ihren Positionen und einen schönen Tag wünscht Ihnen

Ihr Klaus Buhl

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