Liebe Anlegerinnen und Anleger,

heute kracht und knirscht es mal wieder gewaltig an den globalen Märkten und die altbekannten Crash-Propheten dürfen sich zu Wort melden. Dies sollten wir Ihnen auch gar nicht verübeln, da sie ja auch den enormen Aufschwung der vergangenen Jahre total verpasst haben.
Jedenfalls wenn sie ehrlich waren und ihr eigenes Portfolio entsprechend ihrer in der Öffentlichkeit meist sehr lautstark geäußerten Meinung ausgerichtet haben - wobei ich mir bei einigen der so genannten Gurus gar nicht mal so sicher bin.
In den vergangenen beiden Tagen waren es wahrscheinlich die Äußerungen von US-Präsident Trump die einheimische Stahlindustrie mit Schutzzöllen von bis zu 20 % gegen ausländische Einfuhren  abzuschirmen, die die wichtigsten globalen Indizes unter Druck setzten. Stark betroffen waren natürlich die Börsen der exportstarken Länder wie Japan und auch Deutschland.
Kein Wunder, die Gefahr eines Handelskrieges, der nur Verlierer kennt, ist groß und prompt drohte die EU mit Gegenmaßnahmen.

Nur ein Sturm im Wasserglas?

Natürlich steht außer Frage, dass sowohl die Konsumenten durch höhere Preise als auch die günstigsten Anbieter durch entgangene Gewinne zu den Verlierern zählen werden. Meiner Meinung nach wird noch nicht einmal Präsident Trump als Sieger aus der Sache hervorgehen. Erstaunlicherweise riskiert er nämlich - falls er wirklich Ernst macht mit Schutzzöllen - einen Handelskrieg, obwohl nur etwa 10 % des in den USA verbrauchten Stahls überhaupt aus dem Ausland stammen.
Für mich klingt das reichlich verrückt, vor allem da wegen der sehr hohen Fertigungstiefe gar nicht so einfach festzustellen ist, wie groß die heimische Wertschöpfung z.B. bei einem Auto überhaupt ist.

Dazu kommt noch die „Kleinigkeit“, dass die US- Konsumenten und auch die Trump- Wähler gerne günstige Produkte  kaufen und wegen häufig hoher Überschuldung der Haushalte nur wenig finanziellen Spielraum haben. Da mag es vielleicht im nächsten Wahlkampf heldenhaft klingen, angeblich Arbeitsplätze in den Stahlrevieren zu beschützen und Schutzzölle einzuführen. Was aber nützt dies am Ende, wenn 90 % der potentiellen Wähler unter höheren Preisen für z.B. importierte Güter der Elektroindustrie leiden müssen?
Genau deshalb kann ich mir vorstellen, dass Trump mal wieder voreilig geprahlt hat und sich ganz einfach wichtig machen will, in wenigen Tagen aber diese Pläne wieder fallen lässt und sich anderen widmet.

Was signalisiert der US-Stahlsektor?

Wichtiger als Worte und Ankündigungen per Twitter ist das Ergebnis des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage, also das Preisverhalten.
Der folgende Chart zeigt Ihnen den US-Stahlsektor als besonnenen Point & Figure Chart.

Hausse der Stahlaktien

US-Stahlsektor

Dieser Kursverlauf ist wirklich nicht alltäglich. In weniger als zwei Jahren verlieren die Stahlwerte ab dem Sommer 2014 etwa zwei Drittel ihrer Marktkapitalisierung und bilden ein zyklisches Tief bei 15 Punkten im Frühjahr 2016. Also auf dem Höhepunkt der Sorge um das Wachstum der chinesischen Konjunktur und der weltweiten Wirtschaft. Dann aber geht es wie von Zauberhand gelenkt wieder rasend schnell nach oben und der Preis des ETF verdreifacht sich.
Im rechten Bereich der Grafik erkennen Sie, wie Anfang des Jahres der markante Widerstand bei etwa 45 endlich überwunden und dann auch das Jahreshoch aus 2012 egalisiert wurde.
Sehr deutlich zeigt der Chart, dass die US- Stahlaktien bereits seit zwei Jahren von der Nachfrage gelenkt werden - nicht erst seit dem Beginn der Diskussion um Schutzzölle vor einigen Wochen. Auch in den vergangenen Tagen hat der Sektor kein neues Hoch ausgebildet. Die meisten Vor- und Nachteile scheinen also eingepreist zu sein, wie man so schön sagt. Trotzdem zählt der Sektor zu den stärksten US Sektoren und sollte in den kommenden Wochen unbedingt im Auge behalten werden. Vermutlich werden Sie hier auch zukünftig einige attraktive Titel finden. Bitte beachten Sie, dass relative Stärke kein Zufall ist, fast immer gibt es einen triftigen Grund, wenn sich ein Sektor deutlich stärker als andere verhält.
Im Premiumbrief habe ich meinen Lesern leider nicht direkt den Kauf von US- Stahlwerten empfohlen, wir sind aber in großen und weltweit tätigen Minengesellschaften investiert, die von den steigenden Stahl- und Rohstoffpreisen deutlich profitieren.

Wie könnte es nun im DAX weitergehen?

Wie anfangs schon gesagt, sind die Crash-Propheten und die Verkäufer seit einigen Tagen deutlich im Vorteil. Seit Jahresanfang steht der DAX unter Druck und hat bisher etwa 7 % verloren, zählt damit zu den Schlusslichtern der europäischen und auch internationalen Indizes. Leider kann dies nicht damit entschuldigt werden, dass der DAX vorher besonders stark gewesen wäre.
Vielleicht ist die Schwäche der deutschen Aktien einfach ein Hinweis darauf, dass sich der Anstieg der weltweiten Konjunktur etwas abflachen wird. Dies wäre weder ungewöhnlich noch ein Beinbruch. Schließlich müssen wir uns als Börsianer immer fragen, was nun noch besser werden könnte?
Die Korrektur Anfang Februar war ein Warnschuss, dass die Bäume und die Kurse nicht in den Himmel wachsen können. Insofern ist die jetzige Korrektur sogar gesund, da sie einer totalen Überhitzung der Börsen vorbeugt.
Auch technisch betrachtet ist es völlig normal, dass das Korrekturtief von Anfang Februar noch einmal getestet wird. Wichtig wäre nun, dass die Region von etwa 11.800 Punkten verteidigt wird. Dies ist vor dem Wochenende mit der Parlamentswahl in Italien und der zusätzlichen Diskussion um die Schutzzölle nicht einfach, wie Ihnen der Chart zeigt.

DAX unter Druck

Wie Sie sehen, hängt der DAX charttechnisch am seidenen Faden. Bisher hält die Unterstützung des markanten Zwischentiefs aus dem vergangenen September bei etwa 11.800. Wenig hilfreich sind die gleitenden Durch-schnitte. Mittlerweile fällt nicht nur die mittelfristig wichtige 50- Tage- Linie, sondern auch die strategisch relevante 200- Tage- Linie droht langsam zu kippen.
Für eine bevor-stehende Gegen-bewegung spricht die Tatsache, dass der DAX stark überverkauft ist und sich ungewöhnlich weit von seinem gleitenden Durchschnitten entfernt hat.
Da Märkte stets versuchen, ihren extremen Zuständen zu entkommen, könnte eine überraschende Gegenbewegung bevorstehen. Vielleicht schon am Montag, je nachdem wie sich der Wahlausgang in Italien präsentieren wird.

Seit etwa einem Jahr tendiert der DAX nur noch seitwärts zwischen etwa 11.500 und 13.500 Punkten, was angesichts der hervorragenden Konjunktur und der bevorstehenden Dividendensaison mit ihren milliarden-schweren Ausschüttungen eine große Enttäuschung ist.
Aber wie gesagt, wir befinden uns in einem übergeordneten Seitwärtstrend und die Chance ist groß, dass dieser beibehalten wird. Daher sehe ich noch keinen Grund, sich nun komplett von Aktien zu trennen. Ich würde mich sogar nicht wundern, wenn wir schon ganz knapp vor günstigen Einstiegspunkten stehen würden – für mutige Anleger.
Hier können Sie sehen, wie ich mich in den kommenden Tagen im Premiumbrief verhalten werde.

Heute will ich noch eine sehr positive Angelegenheit  in eigener Sache vermelden, die einige meiner Kunden und Leser betrifft, vielleicht auch Sie.

Herzlichen Glückwunsch an alle Zeichner des Fonds zweiten Fonds von Habona.
Die Habona Beteiligungsgesellschaft hat in den vergangenen Wochen erfolgreich alle 15 Einzelhandels-Immobilien verkauft und wird die Beteiligung demnächst auflösen, d.h. den Verkaufswert plus die noch ausstehenden Mieteinnahmen an Sie zurückzahlen.
Anstatt der avisierten 7 % werden alle Zeichner etwas mehr als 9 % Rendite (jährlich) erhalten.
In der angeblichen „Null-Zins- Zeit“ ist dies natürlich eine hohe Rendite und ein tolles Ergebnis.

Falls dies auch für Sie interessant ist, habe ich eine weitere gute Nachricht. Es gibt derzeit einen aktuellen Fonds von Habona, dessen Investment-Konzept unverändert ist. Nach wie vor wird in ein Portfolio von verschiedenen Einzelhandelsimmobilien der bekanntesten und solventesten deutschen Discounter investiert. Die jeweiligen Mietverträge haben eine längere Laufzeit als die Fonds-Gesellschaft. Da außerdem die Beteiligung nach neuestem Recht konzipiert ist, also mit Depotbank und davon getrenntem Asset-Management, ist die Sicherheit des Konzepts wirklich außerordentlich hoch.Die Laufzeit des Fonds beträgt 5 Jahre und die Mindestbeteiligungssumme 10.000 €.
Allerdings gehe ich davon aus, dass wegen der leicht gestiegenen Finanzierungskosten und der höheren Immobilienpreise die zu erwartende Rendite etwas geringer ausfallen, aber immerhin noch etwa 5 % betragen wird.
Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung, wenn Sie weitere Informationen und/oder ein Telefonat mit mir wünschen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl