Die größten Anlagefehler

Habgier und Zocken auf Kredit

Sie haben einen todsicheren Tipp erhalten und wollen diese Chance nicht nur mit eigenem, sondern auch zusätzlich mit geborgtem Geld der Bank per Kredit nutzen, um die Rendite zu erhöhen. Bedenken Sie, dass ein Hebel in beide Richtungen funktioniert. Erweist sich der „bombensichere“ Tip wie fast jeder dieser Art zum Flop, haben Sie nicht nur Ihr eingesetztes Kapital verloren, sondern auch noch Schulden.

Selbstüberschätzung

30 Prozent Gewinn mit jedem Trade- davon träumen wir doch alle!
Viele Anleger haben möglicherweise anfangs auch etwas Glück und lassen sich von den schnellen Gewinnen blenden. Die Investitionen werden immer riskanter und der Hebel höher – bis Sie irgendwann vom Glück verlassen werden.

Konzeptlosigkeit/Fehlende Strategie

Viele Anleger investieren ohne Konzept und System, dafür aber nach Ge mütslage, Lust- und Laune. Dabei springen sie von Aktie zu Aktie, von einem Derivat zum nächsten und sind mal „long“ und mal „short“! Mit dieser „Strategie“ kann natürlich nur Ihr Broker und nicht Sie selbst profitieren. Machen Sie sich einen Plan und suchen Sie nach qualitativ herausragenden Aktien, ETF`s oder Fonds, in die Sie konsequent investieren. Falls Sie sich diese Mühe nicht machen wollen oder können, beauftragen Sie einen vertrauenswürdigen und unabhängigen Vermögensberater, dem Sie den überwiegenden Teil Ihres Vermögens anvertrauen. Wollen Sie trotzdem außerdem auf eigene Faust spekulieren, dann reservieren sie dafür nur einen kleinen Teilbetrag Ihres Vermögens, auf den Sie einige Jahre verzichten können.

Machen Sie sich unabhängig von steigenden Kursen

Auch viele erfahrene und sogar professionelle Investoren sind aus schließlich in Anlageformen engagiert, die nur bei steigenden Aktien- oder Rentenkursen profitieren können. Unterschätzen Sie nicht, dass Aktien jahrelang in Seitwärtstrends gefangen sein können und statistisch betrachtet auf 2,5 gute Jahre mindestens ein schlechtes folgt. In den Jahren von 1960 bis 1980 und auch während der langen Jahre zwischen 1997 und 2013 hätten Sie in den meisten Indizes keinen Cent gewonnen und hätten sich die Verwaltungskosten von Aktienfonds auch sparen können. Investieren Sie also regelmäßig und substanziell in alternative Fonds, die Ihnen jedes Jahr einen konstanten Ertrag einbringen – egal ob an der Börse gerade die Bullen oder die Bären tanzen. Es gibt einige gute Konzepte, mit denen Sie per Saldo (fast) immer profitieren und die Ihnen regelmäßige Erträge einbringen. Sie werden erstaunt sein, wie dynamisch der Zinseszins-Effekt Ihr Depot nach oben schiebt. Vor allem müssen Sie aber keine Verluste mehr aufholen und schlafen ruhig.

Hüten Sie sich vor „Modethemen“ an der Börse

Gerne vermitteln die Banken und schlechte Berater modische Themenfonds wie „Telemedien“, Öko- und Rohstoff-Fonds an Ihre Kunden. Diese haben durchaus ihre Berechtigung, wenn man darin nur einen kleinen Teil seines Vermögens investiert. Meist ist es aber gerade so, dass diese Spezialfonds verkauft werden, wenn man einen bunten Prospekt drucken kann. Also zu dem Zeitpunkt, in welchem der Chart von links unten nach rechts oben gelaufen und das „Smart-Money“ längst investiert ist. An der Börse einer Mode nach zu rennen endet immer mit Verlusten.

Achten Sie auf die Risiken

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Investments auf die damit verbundenen Risiken, dann kommt der Erfolg fast von alleine. Dies unterscheidet an der Börse die Anfänger von den Profis. Anfänger versuchen Gewinne einzustecken und enden in Verlusten. Investmentprofis konzentrieren sich ausschließlich auf die Risiken einer Anlage.

Investieren Sie, wenn es sich „schlecht“ anfühlt

Viele Anleger investieren nur zyklisch und bei steigenden Kursen, da sie sich dann in der Masse der Anleger sicher fühlen. Dabei ist es gerade umgekehrt, Sie sollten investieren wenn an der Börse Angst und Unsicherheit vorherrschen. Und nicht, wenn die Kurse seit zwei Jahren schon steigen und alle Ihre Kollegen und Stammtisch-Freunde bereits gekauft haben.
Dieses heimelige Gefühl ist zwar menschlich und spricht für Ihren sozialen Charakter, an der Börse wird es Sie aber ruinieren.

Mit der Herde laufen

Versuchen Sie an der Börse immer Ihren eigenen Kopf zu behalten und machen Sie sich eigene Gedanken. Dies ist zwar nicht leicht und sogar sehr anstrengend, meist aber rentierlich. Wer immer nur inmitten der Schafherde läuft, bekommt auch nur was alle bekommen: nämlich den Durchschnitt! Dies soll keinesfalls eine Aufforderung sein, strikt antizyklisch zu handeln. Dies führt ebenfalls häufig zu Verlusten, da es fast immer fundamentale Gründe gibt, wenn eine – Aktie trotz positivem Börsenumfeld – fällt.
Beschäftigen Sie sich bitte mit den Konzepten der modernen „Behavioral-Finance“, bzw. der Börsenpsychologie. Seien Sie vorsichtig, wenn keiner mehr auf die Risiken achtet und investieren Sie mutig, wenn alle in Panik verfallen.

Seien Sie konsequent bei der Begrenzung von Verlusten

Endlich ist die Entscheidung gefallen und Sie springen bei einer Aktie auf. Natürlich kann es Sie „kalt erwischen“ und der generelle Trend kippt. Kaum sind Sie hoffnungsvoller Aktionär, beginnt nach langem Aufwärtstrend eine heftige Kurskorrektur und der Kurs fällt immer tiefer. Beachten Sie also Ihre ursprünglich geplante Verlustbegrenzung. Da an der Börse auf Ihren persönlichen Einstandskurs keine Rücksicht genommen wird, könnte der Kurs Ihrer Aktie tiefer fallen als Sie sich dies vorstellen können.

Keinen Sündenbock suchen

Wer oft spontan und teils nach schlechter Recherche investiert, muss auch schnell erkennen, ab welchem Punkt (oder Kurs) er einen Fehler gemacht hat. Da hilft es nicht weiter, nach Sündenböcken zu suchen. „Der Markt“ hat immer Recht. Suchen Sie nach Fehlern in Ihrem Verhalten und nicht bei den anderen Marktteilnehmern.

Gewinne laufen lassen

Sie haben zur richtigen Zeit die richtige Aktie ausgewählt. Doch anstatt dem Wert genügend Zeit zu geben, sich zu entwickeln, werden Sie ungeduldig und verkaufen viel zu früh. Wenn Sie sich mit einem Engagement im Gewinn befinden, ist es meist besser, einen Gewinn sichernden Verkaufsstopp nachzuziehen. Nur so haben Sie die Chance, die zweite Microsoft oder Priceline zu finden, ohne sich zu früh von ihr zu verabschieden.

Schlechte Streuung und Patriotismus

Teilen Sie Ihr Vermögen sinnvoll auf unterschiedliche Fondstypen, Aktien und verschiedene Anlageregionen auf. So können Sie die vielfältigen Chancen nutzen und begrenzen gleichzeitig die Risiken. Ein gutes Portfolio enthält – im Idealfall über Einzeltitel, Investmentfonds und Zertifikate – alle wichtigen Vermögensklassen wie Aktien, Immobilien, Renten und Rohstoffe. Investieren Sie niemals einseitig und konzentriert auf ein Unternehmen, eine Region oder eine Anlageklasse!
Kein Mensch kann die Zukunft vorhersagen und darauf kommt es auch gar nicht an. Aber ein guter Investor denkt auch an das schier Unmögliche und ist auf alles vorbereitet.

Zu hohe Aktienquote und zu geringer Anlagezeitraum

Viele Anleger investieren in Aktien oder Aktienfonds und überschätzen ihre eigene Risikobereitschaft. Anfangs ist man davon überzeugt, fünf Jahre Zeit zu haben um die aufgesetzte Strategie zu verfolgen. Fallen aber die Kurse plötzlich, fühlen sich viele Anleger schlecht und spüren das vorher nur theoretische Risiko. Vor allem haben sie aber plötzlich gar keine Zeit mehr und wollen nun, koste es was wolle, die Börse durch den Notausgang verlassen. Um sich diesem psychologischen Druck nicht auszusetzen, genügt auch für die meisten jungen Menschen eine Aktienquote von etwa 50-60 %. Ansonsten gilt die alte Weisheit: 100 minus Lebensalter!

Vorsicht in Gewinnphasen

Auch Gewinnphasen können für Sie gefährlich sein und haben daher ihre Tücken. Denn gerade wenn es so richtig gut läuft und Sie am Steuer einzuschlafen drohen, lauern Fehler am Wegesrand der Börse. Leicht fühlt man sich dann unbesiegbar, neigt zu Selbstüberschätzung, geht viel zu große Positionen ein und missachtet die Regeln des Risiko-Managements.

Der Versuch, „einen schnellen Euro zu machen“

Die Anleger, die die höchsten Verluste erleiden sind meist diejenigen, die über das Ziel hinausschießen. Wenn man Ihnen ein Investment anbietet, das sich zu gut anhört um wahr zu sein, missachten Sie dieses bitte. Denn meistens ist es auch nicht wahr!

Investitionen, die man nicht versteht

Lassen Sie sich keinesfalls zu Investitionen überreden, die Sie nicht verstehen. Man kann und muss an der Börse nicht alles kennen und verstehen. Viele gute Investoren kennen sich nur in wenigen Sektoren und Anlageinstrumenten aus – und in denen agieren Sie ausnahmslos!

Übertreiben Sie es nicht

Der legendäre Benjamin Graham, der Lehrer von Warren Buffet und anderen Investmentlegenden, hat es so ausgedrückt: „Mr. Market“ reicht mir jeden Tag die Hand und versucht, mich zu einem Geschäft zu überreden. Die Kunst des Investierens ist es aber, nicht immer investiert zu sein und sich dafür die besten Möglichkeiten aus der Fülle des Marktes auszuwählen.

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