Liebe Anlegerinnen und Anleger,

mit dem Verlauf der vergangenen Tage sind die meisten Anleger wahrscheinlich nicht besonders zufrieden.
Aber über Langeweile und geringe Volatilität, wie in den Vorwochen, wird sich keiner mehr beklagen.
Jedenfalls wird nun in den Massenmedien und an den Handelstischen der Banken darüber gerätselt, ob wir nun einen Trendwechsel oder nur ein reinigendes Sommergewitter erleben. Hinterher sind natürlich alle schlauer und haben insgeheim gewusst, dass die Kurse viel zu stark und ohne merkliche Konsolidierungen gestiegen oder ganz einfach zu weit vorgelaufen sind.

Jedenfalls ist es eine brotlose Kunst darüber nachzudenken, warum die Kurse steigen oder eben fallen wie in den vergangenen Tagen.
Am häufigsten wurde der überraschend starke Euro dafür verantwortlich gemacht, der die Exportaussichten der heimischen Wirtschaft schmälert.
Besonders originell ist das Argument nicht, denn dann hätte ja zum Beispiel die US- Börse sehr erfreut über den konjunkturellen Rückenwind reagieren müssen. Dies genau tat sie nicht, sondern war sogar Teil des Problems, vor allem natürlich die sehr schwachen Wachstumstitel an der Nasdaq.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Marktteilnehmer einfach einen Grund gesucht haben, kurz vor dem wichtigen Quartalsende und der Halbjahresbilanz ein paar Gewinne mitzunehmen. Bestimmt kein Anlass war das immer wiederkehrende Gerede von Hedgefonds-Größen wie Marc Faber, dass und ein epischer Crash bevorstehen würde. Obwohl natürlich der Frust bei den einschlägigen Pessimisten sehr groß sein muss, dass sie  eine der stärksten Haussen der Geschichte des Finanzmarkts verpassen.
Meiner Meinung nach war der Anlass einer Rede von FED-Chefin Frau Yellen, in der Sie Ihre persönliche Meinung äußerte, in Ihrem Leben keine veritable Finanzkrise mehr erleben zu müssen. Diese Aussage wirft Fragezeichen auf – und wurde von vielen Investoren offenbar als Warnung verstanden.
Oder jedenfalls als willkommene Einladung, jetzt vor der ereignislosen Sommerzeit Gewinne mitzunehmen.  Mal ganz davon abgesehen, dass die ansonsten schönen Sommermonate nicht gerade für Ihre gute Performance bekannt sind.

Die Investoren sind nervös

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die implizite Volatilität des S & P 500, also die Intensität der Schwankung, die ich auch gerne als „Angstbarometer“ der Börse bezeichne. Wie Sie sehen, haben wir uns wochenlang auf ungewöhnlich niedrigen Niveau bewegt, was die außergewöhnlich große Gelassenheit oder Zuversicht der Investoren veranschaulicht.

Volatilität

in den vergangenen Tagen schoss die Vola dann urplötzlich von etwa 10 auf 15 – nur um dann wieder auf etwa 10 % zurückzufallen. Eine länger an-dauernde Panik und Zerwürfnis an den Finanz-märkten geht wirklich anders aus. Übrigens ist die Vola ein wichtiger Bestandteil der Preisfindung von Optionen. Verstärkt sich die Angst der Investoren und das Bedürfnis nach Absicherung, erhöht sich die Vola und der Preis für Sicherheit. Gute Kaufge-legenheiten sehen wir am Hoch der Volatilität, bzw. wenn sich diese wieder langsam zurückzieht (dafür muss man aber auch mutig sein). Die Zeiträume mit einer sehr geringen Volatilität sind grundsätzlich gute Phasen am Aktienmarkt. Im Gegensatz zu einer sehr hohen Volatilität kann man bei einer tiefen Vola keinen sinnvollen Ausstiegszeitpunkt herleiten. Der Versuch den Markt zu „timen“ wäre hier meiner Meinung nach reine Glückssache, da kein Mensch den Startschuss einer plötzlichen Konsolidierung vorhersehen kann.

Obwohl die Vola heute wieder in sich zusammensackt, würde ich in den kommenden Tagen erhöhte Vorsicht und relativ enge Stopps empfehlen. Ähnlich habe ich es auch in der Vermögensverwaltung und der Anlageberatung gemacht, wo ich Positionen verkauft habe, ebenfalls im Premiumbrief. Übrigens bin ich nicht besonders pessimistisch für die Aktienmärkte, eine gewisse Vorsicht und eine höhere Liquidität scheinen mir aber von Vorteil zu sein.

DAX fällt unter wichtige Unterstützung

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den gelassenen P & F Chart für unseren DAX. Gut erkennen Sie die Dynamik der vergangenen Tage.
Nachdem den Bullen nach dem erneuten Kaufsignal bei 12.950 die Puste ausging, übernahmen die Bären scheinbar problemlos.

DAX nach verkaufssignal

Reihenweise wurden wichtige Unterstützungen durchschlagen, sogar die potenziell sehr gute bei 12.500.
Jetzt kommt die Unterstützung und das Zwischenhoch vom April bei etwa 12.350 auf den Radar. Hier befindet sich übrigens auch eine offene Kurslücke (die man hier nicht sehen kann). Derartige Kurslücken werden im DAX häufig nach einiger Zeit geschlossen, stellen aber auch sehr gute Unterstützungen dar. Falls diese Region in den nächsten Tagen verteidigt wird, könnte sich hier eine interessante Kaufgelegenheit ergeben.
Im Ernstfall wäre die nächste Unterstützung knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 zu finden. Unterhalb davon muss sogar mit dem Test der aufsteigenden Unterstützungsgerade gerechnet werden. Oberhalb von dieser ist übrigens der Aufwärtstrend nach wie vor vollkommen intakt und jede Aufregung fehl am Platz – im Sinne der P & F Technik.
In diesem Fall aber würden wir wahrscheinlich unter einem unerhörten Trommelfeuer der Medien liegen, die uns private Anleger aus dem Aktienmarkt vertreiben wollen. Oder von Analysten und Banken, die ganz einfach andere Interesse als wir haben: nämlich demnächst auf viel geringerem Kursniveau erneut einsteigen zu können.

Bis dahin sollten wir uns ruhig verhalten und auch nach guten Kaufgelegenheiten Ausschau halten. Bevorzugt natürlich in den heute relativ stärksten Sektoren am Aktienmarkt die da wären: Technologie, Finanzen, Gesundheit, Industrie und etwas spekulativ auch Biotech.
Ganz genau so werde ich es in der Beratung und im Premium Börsenbrief halten. Hier habe ich jeweils schon etwas Liquidität aufgebaut und neue Chancen eingekreist. Wahrscheinlich im Biotechsektor, der nach vielen schwierigen Monaten wieder auf dem Radar der Investoren nach oben schwimmt, da hier noch viele attraktive Titel existieren.
Gerne beantworte ich Ihre Fragen zum Text und meinen Möglichkeiten, Sie zu unterstützen.
Senden Sie mir einfach eine Mail oder rufen mich an: 0228 915 614 81

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei und herzliche Grüße
Ihr Klaus Buhl